US-Tochterfirma von weltgrößtem Fleischkonzern JBS Ziel einer Hackerattacke

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JBS-Fabrik im US-Bundesstaat Colorado

Die US-Tochterfirma des weltgrößten Fleischkonzerns JBS ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. JBS USA sei Ziel einer "organisierten Cyberattacke", die einige Server des nordamerikanischen und australischen IT-Systems getroffen habe, teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit. Der unberechtigte Zugriff sei am Sonntag festgestellt worden. In Australien mussten tausende JBS-Beschäftigte nach Hause geschickt werden.

Der brasilianische Konzern erklärte, alle betroffenen Systeme seien gestoppt und die Behörden informiert worden. Eigene sowie externe IT-Experten seien im Einsatz, um die Folgen des Hackerangriffs zu beheben. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen, was einige Transaktionen mit Kunden und Zulieferern verzögern könne.

Backup-Server sind den Angaben zufolge nicht betroffen. Dem Unternehmen lägen keine Informationen darüber vor, dass Daten von Kunden, Zulieferern oder Angestellten gefährdet oder missbraucht worden seien, erklärte JBS USA.

In Australien wurde der Betrieb durch den Hackerangriff lahmgelegt. Dort wurden 10.000 JBS-Beschäftigte ohne Lohnausgleich nach Hause geschickt, wie der Gewerkschaftsvertreter Matt Journeaux der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Geschäftsführung wisse noch nicht, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden könne.

JBS verarbeitet Rindfleisch, Geflügel und Schweinefleisch und ist einer der größten Lebensmittelkonzerne der Welt. Er verkauft Fleisch in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern, in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Europa und Großbritannien.

Multinationale Konzerne sind regelmäßig Ziel von Hackerangriffen. Anfang Mai wude die größte Pipeline der USA von Cyberkriminellen attackiert. Nach dem Angriff wurde das gesamte Rohrleitungsnetz der Firma, das von Texas bis in den Großraum New York führt, vorübergehend stillgelegt. Das führte zu Benzin-Versorgungsengpässen im Osten der USA, die durch Panik-Käufe zahlreicher Autofahrer noch verschlimmert wurden.

Inzwischen wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Der Betreiber räumte ein, ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet rund 3,6 Millionen Euro an die Hacker gezahlt zu haben.

ck

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