US-Verteidigungsminister widerspricht indirekt Trump bei Einschätzung zu Beirut

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Mark Esper und Donald Trump bei einem Corona-Briefing im März (Bild: Reuters/Jonathan Ernst)
Mark Esper und Donald Trump bei einem Corona-Briefing im März (Bild: Reuters/Jonathan Ernst)

US-Verteidigungsminister Mark Esper hat Präsident Donald Trump bei dessen Einschätzung zu den Explosionen in Beirut indirekt widersprochen. "Ich informiere mich über das, was passiert ist", sagte Esper am Mittwoch bei einer Online-Diskussionsveranstaltung. "Die meisten Menschen denken, dass es ein Unfall war."

Trump hatte am Vorabend mit der Aussage für Wirbel gesorgt, bei den Explosionen in der libanesischen Hauptstadt habe es sich um einen mutmaßlichen "Angriff" mit einer "Art von Bombe" gehandelt. Das hätten ihm seine Generäle nahegelegt. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wollte die Äußerungen des Präsidenten auf Anfrage zunächst nicht kommentieren.

Die Explosion hat große Teile des Hafens von Beirut zerstört (Bild: Reuters/Mohamed Azakir)
Die Explosion hat große Teile des Hafens von Beirut zerstört (Bild: Reuters/Mohamed Azakir)

Der Nachrichtensender CNN zitierte aber drei anonyme US-Verteidigungsvertreter, die Trump direkt widersprachen. Demnach gab es keine Hinweise für einen solchen Angriff oder Anschlag. Ein Verteidigungsvertreter sagte laut CNN, würden die USA tatsächlich von einem Bombenangriff ausgehen, würde der Schutz von US-Truppen und US-Einrichtungen in der Region automatisch verstärkt. Dies sei aber nicht der Fall.

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Bei zwei Explosionen am Hafen von Beirut waren nach Angaben der libanesischen Behörden mindestens 113 Menschen getötet und mehr als 4000 weitere verletzt worden. Nach Regierungsangaben waren 2750 Tonnen ohne geeignete Vorsichtsmaßnahmen gelagertes Ammoniumnitrat explodiert. Die Substanz kann für Düngemittel oder zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden.

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