Pence demonstriert nach Raketentest an innerkoreanischer Grenze Entschlossenheit

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US-Vizepräsident an der innerkoreanischen Grenze

Nur einen Tag nach dem neuen nordkoreanischen Raketentest hat US-Vizepräsident Mike Pence mit einem Besuch an der innerkoreanischen Grenze Entschlossenheit und Bündnistreue mit Südkorea demonstriert. Trotz Warnungen der USA hatte Nordkorea am Sonntag eine Rakete abgeschossen, die nach Angaben aus Washington und Seoul jedoch unmittelbar nach dem Start explodierte. Der Test erfolgte nach einer großen Militärparade in Pjöngjang anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung.

Im Konflikt mit Nordkorea wolle Washington "mit friedlichen Mitteln, über Verhandlungen" Sicherheit erreichen, es lägen aber "alle Optionen auf dem Tisch", sagte Pence am Montag in dem Dorf Panmunjom an der entmilitarisierten Zone zwischen Süd- und Nordkorea. Die US-Regierung stehe "Schulter an Schulter" mit dem südkoreanischen Volk, die Beziehung beider Länder sei "eisern und unveränderlich". Nordkorea dürfe "nicht die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten unterschätzen, unseren Verbündeten beizustehen". Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert.

Bereits am Sonntag hatte Pence den Raketentest als "Provokation" bezeichnet. Nach Angaben des US-Pazifik-Kommandos und des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde die Rakete am frühen Sonntagmorgen in der Nähe der Hafenstadt Sinpo an der Ostküste Nordkoreas abgefeuert. Das Pentagon erklärte, die Rakete sei "fast sofort explodiert". Ein außenpolitischer Berater der US-Regierung sagte, bei dem Geschoss habe es sich wahrscheinlich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt.

Die südkoreanische Regierung verurteilte den Test. Nur einen Tag nach der Militärparade in Pjöngjang, bei der das nordkoreanische Militär auch mehrere Raketen zur Schau gestellt hatte, habe Nordkorea damit erneut "die ganze Welt bedroht".

Die Bundesregierung verurteilte den Raketentest als Verstoß gegen das Völkerrecht. "Unabhängig davon, ob ein Test gelingt oder nicht, liegt hier ein klarer Bruch des Völkerrechts vor", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Großbritannien äußerte sich "besorgt". Außenminister Boris Johnson forderte Nordkorea auf, sein Atomwaffenprogramm zu beenden.

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte, die USA seien notfalls zu einem Alleingang bereit, wenn China nicht den Druck auf seine Verbündeten in Pjöngjang erhöhe. Vergangene Woche schickte die US-Armee einen Flugzeugträger und mehrere Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte unterdessen, Washington arbeite wegen der Gefahr durch Nordkorea eng mit Peking zusammen. "Es gibt international Übereinstimmung, auch mit den Chinesen und der chinesischen Führung, dass diese Situation nicht weiter andauern darf", sagte er dem Sender ABC. Die USA seien sich mit Südkorea und Japan, aber auch mit China einig, dass "das Problem nun an einem kritischen Punkt angelangt" sei. Es sei "an der Zeit, dass wir alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen - vor einer militärischen Option -, um das Problem friedlich zu lösen", sagte McMaster.

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

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