US-Vizepräsident Pence legt Bekenntnis zur Militärallianz mit Japan ab

US-Vizepräsident Mike Pence (l.) mit Japans Regierungschef Shinzo Abe

US-Vizepräsident Mike Pence hat Japan nach wiederholten Drohungen Nordkoreas die uneingeschränkte Unterstützung der USA zugesagt. Die langjährige Allianz der USA mit Japan sei "ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Nordostasien", sagte Pence am Dienstag bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio. Derweil drohte Nordkorea mit neuen - womöglich wöchentlichen - Raketentests.

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Alleingang gegen Nordkorea. Vergangene Woche schickte die US-Armee einen Flugzeugträger und mehrere Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel. Am Sonntag feuerte Nordkorea dann erneut eine Rakete ab, die allerdings kurz nach dem Start explodierte.

Nordkoreas Nachbarländer Südkorea und Japan sehen die zunehmenden Spannungen mit großer Sorge. Es sei für Japan von "größter Wichtigkeit", die diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um den Nordkorea-Konflikt "friedlich" beizulegen, sagte Abe bei dem Treffen mit Pence. "Ein Dialog um des Dialogs willen" sei aber "wertlos", fügte Abe hinzu. Darum müsse auch weiterhin Druck ausgeübt werden.

Pence hatte zuvor bei einem Besuch in Südkorea gesagt, dass im Nordkorea-Konflikt "alle Optionen auf dem Tisch" lägen. Nordkorea solle die "Entschlossenheit" von Präsident Donald Trump und die Stärke des US-Militärs besser "nicht auf die Probe stellen". Trump selbst sagte am Montag beim traditionellen Osterei-Rollen im Garten des Weißen Hauses, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un solle sich "benehmen".

Trotz der Warnungen drohte Nordkorea mit weiteren Raketentest. "Wir werden weitere Raketentests vornehmen - auf einer wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Basis", sagte der nordkoreanische Vize-Außenminister Han Song Ryol dem britischen Rundfunksender BBC in einem Interview. Sollten die USA dagegen vorgehen, sei Nordkorea zu einem "umfassenden Krieg" bereit.

Am Montag hatte bereits Pjöngjangs stellvertretender Botschafter bei der UNO gesagt, sein Land sei bereit, auf "jegliche Art von Krieg" seitens der USA zu reagieren. Wenn Washington auf ein militärisches Vorgehen etwa mit Atomwaffen und Interkontinentalraketen zurückgreife, werde die Demokratische Volksrepublik Korea darauf ebenfalls militärisch antworten, ergänzte der Diplomat Kim In Ryong.

Nordkorea hat seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Bei seinem Besuch in Tokio stellte Pence den Japanern auch ein bilaterales Handelsabkommen in Aussicht. Die USA und Japan hätten Gespräche über ihre Wirtschaftsbeziehungen begonnen, die zu einem Handelsabkommen führen könnten, sagte Pence bei einem Treffen mit dem japanischen Finanzminister Taro Aso. Die Entscheidung, formale Verhandlungen zu starten, könne "in der Zukunft fallen".

Trump ist Anhänger einer protektionistischen Wirtschaftspolitik. Nach seiner Amtsübernahme hatte er das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP aufgekündigt. Bei einem G20-Treffen in Baden-Baden Mitte März verhinderte sein Finanzminister Steven Mnuchin, dass die Gruppe der 20 größten Industrie- und Schwellenländer ein Bekenntnis für den Freihandel in die Abschlusserklärung aufnahm.

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