US-Vizepräsidentin richtet bei Vietnam-Besuch erneut Vorwürfe gegen China

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Harris und Vietnams Vize-Präsident Vo Thi Anh Xuan

Der Asien-Besuch von US-Vizepräsidentin Kamala Harris wird weiter von scharfen Tönen zwischen Washington und Peking bestimmt. Harris sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Vietnam, die US-Regierung werde "den Druck auf China erhöhen". Sie kritisierte, die Volksrepublik hege "exzessive maritime Ansprüche". Die chinesischen Staatsmedien warfen den USA Scheinheiligkeit und den Versuch vor, die Länder in der Region zu bedrängen und "einzuschüchtern".

Der Druck auf Peking müsse erhöht werden, damit Peking die UN-Konvention über das Seerecht anerkenne, sagte Harris bei einem Treffen mit dem vietnamesischen Präsidenten Nguyen Xuan Phuc. Bereits am Dienstag hatte die US-Vizepräsidentin in einer Rede in Singapur China vorgeworfen, es nehme "den Großteil des Südchinesischen Meers" für sich in Anspruch und schüchtere andere Anrainerstaaten ein.

Harris' Ankunft in Vietnam war durch einen Zwischenfall verzögert worden, den US-Regierungsvertreter mit dem sogenannten Havanna-Syndrom erklärten. Davon waren bereits mehrere US-Diplomaten in Ländern wie China und Russland betroffen. Es ist nicht klar, wodurch die Beschwerden wie Benommenheit, Kopfschmerzenher sowie Hör- und Sehprobleme vorgerufen werden. So steht der Verdacht im Raum, dass elektronische Geräte mit hoher Leistungskraft von russischer oder anderer Seite US-Diplomaten schädigen können.

Washington öffnet in Hanoi eine Niederlassung der US-Gesundheitsbehörde CDC. Harris sagte am Mittwoch eine Spende von einer Million Anti-Corona-Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer zu. Die Lieferungen sollten innerhalb von 24 Stunden beginnen. Fünf Millionen Dosen waren zuvor bereits nach Vietnam geliefert worden.

Taiwan, das von China nicht als eigenständiger Staat, sondern als Teil seines Staatsgebiets angesehen wird, kündigte derweil an, am Freitag erstmals Sicherheitsgespräche mit Japan zu führen. Der taiwanische Abgeordnete Lo Chih-cheng von der Regierungspartei DPP sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei dem virtuellen Gespräch werde es um Diplomatie, Verteidigung und regionale Sicherheit gehen. Der außenpolitische Sprecher der japanischen Regierungspartei LDP, Masahisa Sato, sagte, dass es bald höherrangige Gespräche mit der taiwanischen Regierung geben werde.

ao/yb

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