US-Wahlen: Toter Politiker wird ins Abgeordnetenhaus gewählt

Bei den Midterm-Wahlen standen in den gesamten USA unzählige Politiker*innen zur Wahl. Doch in Pennsylvania kam es dabei zu einem kuriosen Ausgang.

Bei den US-Midterms standen unzählige politische Posten zur Wahl. (REUTERS/Evelyn Hockstein)
Bei den US-Midterms standen unzählige politische Posten zur Wahl. (REUTERS/Evelyn Hockstein)

Das Tote angeblich wählen gehört zu den Lieblings-Theorien der Wahlbetrugsverschwörer*innen. Das Tote auch gewählt werden, dürfte eher ein Novum sein. Im 32. Distrikt, zu dem die Orte Penn Hills, Verona, Plum und Oakmont gehören, stand der Abgeordnete Demokrat Tony DeLuca zur Wiederwahl. Die Auszählungen zeigten einen großen Vorsprung des Amtsinhabers gegenüber seiner grünen Herausforderin Zarah Livingston. Es sah nach einem überzeugenden Wahlsieg für De Luca aus. Einziges Manko: De Luca war bereits im vergangenen Monat an Lymphdrüsenkrebs verstorben.

Partei bedankt sich für Wiederwahl

Das teilte die Demokratische Partei Pennsylvania in einem Tweet kurz nach der Wahl mit. "Wir sind unendlich traurig über den Verlust des Abgeordneten Tony DeLuca, aber wir sind stolz darauf zu sehen, dass die Wähler ihm und seinem Engagement für die Werte der Demokraten weiterhin ihr Vertrauen schenken, indem sie ihn posthum wiederwählten."

Seit 39 Jahren war der als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Pennsylvania. Damit war DeLuca der Politiker mit der längsten Amtszeit. Er hatte vier Kinder, neun Enkel und drei Ur-Enkel. Seine Ehefrau Connie, mit der er 66 Jahre lang verheiratet war, war bereits vor kurzer Zeit an Brustkrebs verstorben.

Nach den Midterm-Wahlen: Biden reicht Republikanern die Hand

Wie die Lokalzeitung "Post Gazette" berichtete, sei es bereits zu spät gewesen, die Wahlzettel nach der Nachricht seines Todes noch zu ändern. Der freie Sitz im Abgeordnetenhaus wird nun durch eine Sonderwahl besetzt werden, teilten die Demokraten mit. Die Midterm-Wahlen hatten nicht die prognostizierte "Rote Welle" an republikanischen Wahlsiegen hervorgebracht. Nach wie vor sind noch nicht alle Wahlen ausgezählt. In Georgia war das Senatsrennen so knapp, dass es dort zu einer erneuten Stichwahl kommen wird.

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