USA bauen Raketenabwehrsystem in Südkorea auf

THAAD-Transport und begleitende Proteste in Seongju

Die USA haben mit dem Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen. Teile des Systems THAAD wurden am Mittwoch auf einen Golfplatz 250 Kilometer südlich von Seoul gebracht, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war. Bei Protesten von Umweltschützern und Pazifisten wurden in Seongju nach Angaben von Aktivisten mehr als zehn Demonstranten verletzt. China kritisierte die Stationierung des Raketenabwehrsystems als "Untergrabung" seiner "strategischen Sicherheitsinteressen".

Die Stationierung des Raketensystems war im vergangenen Jahr angekündigt worden. Das System Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) soll Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zerstören können. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums soll das System bis zum Jahresende voll einsatzfähig sein. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

Die USA und Südkorea hatten sich angesichts der verstärkten nordkoreanischen Raketentests darauf geeinigt, das THAAD-System in Südkorea aufzubauen. Sie setzten sich damit über Einwände Chinas und Russlands hinweg. Peking betrachtet den Raketenschild als Gefahr für die regionale Sicherheit.

Die Installation des Raketenschildes ist in Südkorea nicht unumstritten. Mehrere hundert Demonstranten versammelten sich am Mittwoch am Zufahrtsweg zu dem Golfplatz in Seongju. In Südkorea steht im Mai die Präsidentschaftswahl an. Der derzeit chancenreichste Bewerber, Moon Jae In, hat Bedenken gegen die Stationierung. Er empfahl den Südkoreanern kürzlich, im Umgang mit den USA das "Nein-Sagen" zu erlernen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel schlagen auf die Beziehungen zwischen Südkorea und China durch. Die Volksrepublik untersagte Gruppenreisen von Chinesen nach Südkorea. Die Verkaufszahlen des südkoreanischen Autobauers Hyundai in China gingen im vergangenen Monat um mehr als 40 Prozent zurück.

In Südkorea lief am Mittwoch ein gemeinsames Manöver der USA und Südkoreas mit 2000 Soldaten. Einbezogen waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul rund 100 Artillerie-Geschütze, 90 gepanzerte Fahrzeuge und 50 Flugzeuge. Nordkorea hatte am Dienstag nach eigenen Angaben die größte jemals vorgenommene Militärübung abgehalten. China stellte derweil seinen ersten selbst gebauten Flugzeugträger vor, der allerdings nach Einschätzung von Experten erst in zwei Jahren voll ausgerüstet sein wird.

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