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USA und China sprechen erneut über Maßnahmen gegen Fentanyl-Drogenkrise

Die USA und China haben erneut Gespräche über Maßnahmen gegen die äußerst gefährliche synthetische Droge Fentanyl geführt. Eine Delegation hochrangiger Vertreter mehrerer US-Ministerien wurde am Dienstag in Peking empfangen. (Ng Han Guan)
Die USA und China haben erneut Gespräche über Maßnahmen gegen die äußerst gefährliche synthetische Droge Fentanyl geführt. Eine Delegation hochrangiger Vertreter mehrerer US-Ministerien wurde am Dienstag in Peking empfangen. (Ng Han Guan)

Die USA und China haben erneut Gespräche über Maßnahmen gegen die äußerst gefährliche synthetische Droge Fentanyl geführt. Eine Delegation hochrangiger Vertreter mehrerer US-Ministerien wurde am Dienstag in Peking empfangen. Die Rohstoffe für Fentanyl werden größtenteils in China hergestellt, in den USA hat das extrem starke Opioid eine Drogen-Krise mit zahlreichen Toten ausgelöst.

Die stellvertretende Heimatschutz-Beraterin Jen Daskal führte die US-Delegation in Peking an, begleitet wurde sie von hochrangigen Beamten des Heimatschutz-, Justiz- und Finanzministeriums. Die Delegation wurde vom chinesischen Minister für öffentliche Sicherheit, Wang Xiaohong, im Staatsgästehaus Diaoyutai begrüßt. Anlass des Besuchs war der Startschuss für eine gemeinsame Arbeitsgruppe der beiden Länder zur Drogenbekämpfung.

Daskal betonte, dass synthetische Drogen wie Fentanyl "viele tausend Menschen töten". Mit der Entsendung einer ressortübergreifenden und hochrangigen Delegation mache US-Präsident Joe Biden "die Bedeutung dieses Themas für das amerikanische Volk" deutlich.

Wang sagte, die Bildung der gemeinsamen Arbeitsgruppe zeuge davon, dass die beiden Länder ein "gemeinsames Verständnis" des Fentanyl-Problems hätten. "Unsere Zusammenarbeit zeigt einmal mehr, dass die Beziehungen zwischen China und den USA durch Zusammenarbeit gewinnen und durch Konfrontation verlieren", fügte der Minister hinzu.

Die am Dienstag in Peking auf Arbeitsebene geführten Gespräche lobte Wang als "eingehend" und "pragmatisch". Er hoffe auf weitere bilaterale Treffen, die "den Sorgen beider Seiten Rechnung tragen, um die Zusammenarbeit zu stärken und auszuweiten".

Fentanyl ist ein starkes Schmerzmittel, das unter anderem Krebspatienten erhalten, mit dem aber auch illegal gehandelt wird. Das synthetische Opioid wirkt 50 Mal stärker als Heroin. Mit vor allem in China hergestellten Chemikalien wird es häufig in Mexiko produziert und von dort in die USA geschmuggelt. In den USA sterben jährlich etwa 100.000 Menschen an einer Fentanyl-Überdosis. Im Oktober belegte das US-Justizministerium mehr als zwei Dutzend Einrichtungen und Einzelpersonen in China mit Sanktionen, weil sie Drogenhändler in den USA belieferten.

US-Präsident Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten im November bei einem Gipfeltreffen in Kalifornien die Fentanyl-Krise als eines von vielen Themen besprochen. Xi sprach damals sein Mitgefühl mit den Fentanyl-Opfern aus und sagte "Maßnahmen zur deutlichen Verringerung der Lieferung von Inhaltsstoffen von Fentanyl" zu.

Wie ein US-Regierungsvertreter vergangene Woche sagte, machten die chinesischen Behörden seitdem ein Unternehmen dicht, blockierten einige internationale Zahlungstransfers und teilten Informationen über den Handel und Transport von Drogenrohstoffen. Die USA wünschen sich allerdings ein entschiedeneres Vorgehen. Vorwürfe aus den USA, China sei ein Komplize beim Fentanyl-Handel, hatten in den vergangenen Jahren die spannungsreichen Beziehungen zwischen Peking und Washington zusätzlich belastet.

yb/cp