USA gibt ersten Impfstoff für Honigbienen frei

Wichtiger Durchbruch für den Schutz von Honigbienen und damit das gesamte Ökosystem: Das US-Landwirtschaftsministerium hat einen Impfstoff gegen Amerikanische Faulbrut zugelassen.

Honigbienen sind mit ihrer Bestäubung wichtig für viele menschliche Nahrungsmittel (Symbolbild: Getty Images)
Honigbienen sind mit ihrer Bestäubung wichtig für viele menschliche Nahrungsmittel (Symbolbild: Getty Images)

Ein großer Schritt für den Schutz von Honigbienen: Das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten hat einen Impfstoff für die nützlichen Insekten freigegeben. Die Behörde gab einem Vakzin der amerikanischen Biotech-Firma Dalan Animal Health grünes Licht.

Bedingte Zulassung für Dalan Animal Health

Das Landwirtschaftsministerium stellte dem Impfstoff eine bedingte Zulassung aus. Dabei müssen in der Regel weniger klinische Daten vorliegen als bei konventionellen Zulassungen. Diese Regel kommt oft bei wichtigen Medikamenten ins Spiel, wenn der Nutzen eines Arzneimittels das Risiko überwiegt, dass sich durch zusätzliche Tests klären ließe. Dalan hat den Impfstoff im Oktober 2022 vorgestellt.

"Unser Impfstoff ist ein Durchbruch beim Schutz von Honigbienen", sagt Annette Kleiser, Geschäftsführerin von Dalan Animal Health. "Wir sind bereit, die Art und Weise, wie wir uns um Insekten kümmern, zu verändern und die Lebensmittelproduktion weltweit zu beeinflussen". Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen nach, werden 71 der 100 Nutzpflanzenarten, aus denen 90 % der weltweiten Lebensmittel gewonnen werden, von Bienen bestäubt.

Impfstoff gegen Amerikanische Faulbrut

Der Impfstoff, der zunächst nur kommerziellen Imkern zur Verfügung stehen soll, richtet sich gegen die Amerikanische Faulbrut. Die Brutkrankheit wird durch das Paenibacillus Larvae ausgelöst. Das Bakterium befällt die Larven der Bienen über das Futter und tötet sie. Erwachsene Bienen können nicht infiziert werden. Imker bemerken die Krankheit durch eingefallene Zelldeckel und einer zähen braunen Flüssigkeit. Der Schleim entsteht dadurch, dass das Bakterium die Larven völlig zersetzt.

So funktioniert der Impfstoff

Der Impfstoff soll wirken, indem Teile des Paenibacillus Larvae Gelee Royal zugefügt werden. Damit füttern die Arbeiterbienen die Larven der Königinnen. Die so geimpften Königinnen können gegen die Faulbrut immune Bienen zur Welt bringen.

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Auch relevant gegen die Europäische Faulbrut?

Die Amerikanische Faulbrut tritt nicht nur in Amerika auf, den Namen hat sie durch die Nationalität ihres Erstbeschreibers erhalten. Sie ist nahezu weltweit verbreitet. In Deutschland und Österreich ist sie anzeigepflichtig, in der Schweiz meldepflichtig.

Die Amerikanische Faulbrutwird auch als Bösartige Faulbrut bezeichnet. Mit diesem Namen wird sie von der harmloseren Europäischen Faulbrut abgegrenzt. Auch gegen die in Europa verbreitete Variante arbeitet Dalan gerade an einem Impfstoff, der aber noch nicht so weit getestet ist wie das nun freigegebene Vakzin gegen die Amerikanische Faulbrut.

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