London und Washington fordern mehr Klimaschutzbemühungen von China

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Kohlekraftwerk in Nordchina (AFP/GREG BAKER)

Nach der Ankündigung Chinas, künftig keine Kohlekraftwerke im Ausland mehr zu bauen, haben die Regierungen der USA und Großbritanniens von der chinesischen Führung weitere Anstrengungen beim Kampf gegen den Klimawandel im eigenen Land gefordert. "Ich hoffe, dass China jetzt noch weiter geht und auch die heimische Nutzung von Kohle auslaufen lässt", sagte der britische Premierminister Boris Johnson bei der UN-Generalversammlung am Mittwoch.

Die Erfahrung seines Landes zeige, dass es möglich sei, betonte Johnson. Zuvor hatte ein US-Vertreter gesagt, dass China "noch mehr" für den Klimaschutz tun müsse. Die USA "freuen sich darauf, mehr über die zusätzlichen Schritte zu erfahren", die China unternehmen könne, "um ihre heimischen Treibhausgasemissionen weiter zu reduzieren", sagte der US-Vertreter, der anonym bleiben wollte.

Staatschef Xi Jinping hatte am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York angekündigt, dass China keine Kohlekraftwerke mehr im Ausland bauen will. China treibt derzeit im Zuge seines Projekts Neue Seidenstraße Infrastruktur- und andere Bauprojekte in zahlreichen Ländern voran - und stand dabei bislang auch der Kohlekraft offen gegenüber.

China ist der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen und investiert auch im eigenen Land massiv in die Kohlekraft, um das Wirtschaftswachstum zu sichern. Die chinesische Regierung hat angekündigt, noch vor dem Jahr 2030 die eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren. Bis 2060 soll das Land CO2-neutral sein.

Der US-Klimabeauftragte John Kerry hatte bei einem Besuch in China Anfang September gesagt, dass der fortgesetzte Bau von Kohlekraftwerken in dem asiatischen Land die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu untergraben drohe.

US-Präsident Joe Biden hat den Klimaschutz anders als sein Vorgänger Donald Trump ganz nach oben auf seine politische Agenda gehoben und versucht, international Vorreiter zu werden. Am Dienstag kündigte Biden in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung an, dass seine Regierung Klimahilfen für ärmere Staaten "verdoppeln" werde.

fml

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