USA und Frankreich kritisieren Erdogan-Pläne für Zypern

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Menschen am Strand der Geisterstadt Varosha

Die USA und Frankreich haben die Ankündigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verurteilt, einen Teil der zyprischen Geisterstadt Varosha in türkisch-zyprische Kontrolle zu überführen. Ein solcher Schritt verstoße gegen UN-Resolutionen, die eine Verwaltung des Ortes durch die Vereinten Nationen vorsähen, erklärte US-Außenminister Antony Blinken am Dienstag (Ortszeit).

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian warf Erdogan eine "Provokation" vor. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte Erdogans Vorgehen zuvor bereits als "inakzeptable einseitige Entscheidung" verurteilt. Die Türkei wies diese Kritik als "null und nichtig" zurück.

Bei einem Besuch im türkisch besetzten Nordteil Zyperns hatte Erdogan am Dienstag die Pläne zur Öffnung der Geisterstadt Varosha vorangetrieben und eine fortgesetzte Teilung der Insel befürwortet. Bereits seit dem Herbst können Menschen den Strand der verfallenen Stadt nutzen.

Der von der Türkei kontrollierte Küstenort Varosha liegt direkt an der UN-Pufferzone zwischen dem türkischen Nord- und dem griechischen Südteil der Mittelmeerinsel. Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Norden besetzt.

Seit 2004 gehört Zypern der EU an, im Nordteil der Insel ist europäisches Recht jedoch bis zur Lösung des Konflikts ausgesetzt. Die UNO bemüht sich seit langem um eine Vermittlung, bisher ohne Erfolg. Die Türkei ist der einzige Staat, welcher die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt.

lob/ju

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