USA kündigen sofortige Corona-Hilfslieferungen für Indien an

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Corona-Aufklärung im Viruskostüm in West-Bengalen

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien haben die USA sofortige Hilfe angekündigt. Unter anderem sollen Rohstoffe für die Corona-Impfstoffproduktion, Corona-Tests, Beatmungsgeräte, medizinische Schutzausrüstung und Medikamente entsandt werden, wie das Weiße Haus am Sonntag mitteilte. Auch die EU, Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten zuvor Hilfslieferungen angekündigt.

Zur Herstellung von Corona-Impfstoff in Indien "dringend benötigte" Rohstoffe sollten dem Land umgehend zur Verfügung gestellt werden, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Emily Horne. Eigentlich gilt für diese Stoffe ein US-Exportverbot.

Nicht genannt wurde in der Ankündigung eine mögliche Bereitstellung in den USA nicht benötigter Impfdosen des Herstellers Astrazeneca. Zuvor hatte der wichtigste Corona-Berater der Regierung, Anthony Fauci, erklärt, dieser Schritt werde geprüft. Die USA verfügen über rund 30 Millionen Dosen des Astrazeneca-Präparats, das in dem Land nicht zugelassen ist.

Mit fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages hatte Indien am Sonntag einen neuen Höchststand gemeldet, hinzu kamen 2767 weitere Todesfälle. Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem Indiens steht inzwischen vor dem Kollaps. Zahlreiche Krankenhäuser melden einen Mangel an medizinischem Sauerstoff und Medikamenten. Vor den Kliniken in den Großstädten bilden sich lange Schlangen von Erkrankten und deren Angehörigen. Berichten zufolge schnappen Patienten verzweifelt nach Luft, während sie auf einen Krankenwagen warten.

Mit verantwortlich für die dramatische Lage ist möglicherweise eine neue Virusvariante, die sich derzeit in Indien ausbreitet. Mehrere Länder, verhängten deshalb inzwischen einen Einreisestopp für Reisende aus Indien.

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