USA machen Kürzungen beim Jugendaustausch mit Deutschland rückgängig

Anfang des Jahres sorgten Kürzungen der USA beim Jugendaustausch mit Deutschland für Wirbel, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach das Thema sogar bei einem Treffen mit Präsident Barack Obama an. Nun hat das Außenministerium in Washington eine Kehrtwende beim Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) vollzogen. Das Programm wird von US-Seite wieder mit vier Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro) jährlich gefördert, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr.

Die in das PPP eingebundene Austauschorganisation Youth for Understanding bestätigte am Mittwoch die Rücknahme der Kürzungen. "Wir haben aus dem US-Außenministerium eine Bestätigung per E-Mail erhalten, dass die Mittel für das Haushaltsjahr 2016 wieder auf vier Millionen Dollar gesetzt wurden", sagte eine Sprecherin in Washington. Die beteiligten Austauschorganisationen wurden bereits am vergangenen Freitag informiert.

Das US-Außenministerium wollte sich nicht äußern und verwies darauf, dass das Gesetzesverfahren zum Budget noch nicht abgeschlossen sei. Das Ministerium fühle sich der Beibehaltung von "Qualität und Gesamtheit" des PPP aber verpflichtet, erklärte die für Austauschprogramme zuständige Sprecherin Jane Danese.

Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm war im Jahr 1983 anlässlich des 300. Jahrestags der ersten deutschen Einwanderung nach Nordamerika vom US-Kongress und dem Deutschen Bundestag ins Leben gerufen worden. Jährlich erhalten rund 700 Schüler und junge Berufstätige aus beiden Ländern ein Stipendium für ein Austauschjahr.

Die Teilnehmer leben in Gastfamilien, besuchen örtliche Schulen oder arbeiten als junge Berufstätige in Betrieben. So soll ein Netzwerk persönlicher Verbindungen zwischen jungen Menschen in den USA und in Deutschland geknüpft werden.

Die US-Regierung hatte im vergangenen November die Hälfte ihrer Mittel für das PPP gestrichen. Bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus sagte Außenminister John Kerry im Februar, durch die Kürzungen sollten andere Austauschprogramme mit "hoher Priorität" finanziert werden, etwa mit der Ukraine, Georgien und den baltischen Staaten.

Deutschland, das den Fehlbetrag in diesem Jahr ausgleicht, setzte sich für eine Beibehaltung des PPP in seiner bisherigen Form ein. Die Kürzungen waren Gesprächsthema bei Merkels US-Reise Anfang Februar. Auch eine Delegation des Bundestags drang im April in Washington auf eine Rücknahme der Einschnitte. Der Alumni-Verein des Programms startete die Petition "Save PPP", die nach Angaben der Organisatoren mehr als 20.000 Menschen unterzeichneten.

Im US-Kongress machten sich Abgeordnete ebenfalls für den Jugendaustausch mit Deutschland stark. Die Haushaltsausschüsse im Senat und im Repräsentantenhaus zeigten sich in ihren Gesetzesentwürfen für das Fiskaljahr 2016 "besorgt" über die Kürzungen beim PPP und forderten die Wiederherstellung der Finanzierung. "Das Programm ist wesentlich für eine Fortsetzung von starken Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland", heißt es in dem Entwurf aus dem Repräsentantenhaus.

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