Vargas Llosa und mehr als 230 weitere Autoren kritisieren Fujimoris Begnadigung

Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa und mehr als 230 weitere Autoren haben in einem offenen Brief die umstrittene Begnadigung des wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilten peruanischen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori kritisiert

Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa und mehr als 230 weitere Autoren haben in einem offenen Brief die umstrittene Begnadigung des wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilten peruanischen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori kritisiert. Die Entscheidung von Staatschef Pedro Pablo Kuczynski sei "illegal und unverantwortlich", schrieben sie. Fujimori sei ein Menschenrechtsverbrecher und leide nicht an einer fortschreitenden Erkrankung.

Staatschef Kuczynski hatte die Begnadigung an Heiligabend verkündet und mit dem Gesundheitszustand des 79-Jährigen begründet. Fujimori war zuvor wegen Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus gebracht worden. Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. 2007 wurde er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverletzungen für schuldig befunden und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Viele Peruaner halten Fujimoris Begnadigung für politisch motiviert. Nur drei Tage vor der Verkündung von Kuczynskis Entscheidung war ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten im Parlament überraschend gescheitert.

Eingeleitet worden war das Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen von Fujimoris Tochter Keiko, die die Präsidentschaftswahl 2016 nur knapp gegen den ehemaligen Wall-Street-Banker Kuczynski verloren hatte und nun die größte Oppositionspartei Fuerza Popular anführt. Fujimoris jüngerer Sohn Kenji und mehrere andere Oppositionsabgeordneten enthielten sich dann aber bei der Abstimmung.

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