Varoufakis wirbt für französischen Präsidentschaftskandidaten Macron

Der ehemalige griechische Finanzminister Varoufakis

Der frühere griechische Finanzminister und Linkspolitiker Giannis Varoufakis hat zur Wahl des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron aufgerufen. Er verstehe zwar, dass "fortschrittliche französische Wähler wütend" auf das Wahlprogramm des sozialliberalen Reformers seien, sagte Varoufakis der Tageszeitung "Le Monde". Es müsse aber verhindert werden, dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen in Frankreich an die Macht komme.

Außerdem sei Macron in seiner Zeit als Wirtschaftsminister der "einzige Minister in Europa" gewesen, der "alles" getan habe, um Griechenland in der Schuldenkrise zu helfen, sagte Varoufakis. So habe sich Macron im Streit zwischen Athen und den internationalen Gläubigern Griechenlands einst als Vermittler angeboten.

Varoufakis war im Juli 2015 auf dem Höhepunkt der harten Verhandlungen zwischen Griechenland und den Gläubigern zurückgetreten. Der Politiker ist ein entschiedener Sparkursgegner - und ist damit politisch auf einer Linie mit dem französischen Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon.

Der in der ersten Wahlrunde ausgeschiedene Mélenchon hat zwar dazu aufgerufen, einen Sieg der Rechtspopulistin Le Pen zu verhindern. Eine Wahlempfehlung für Macron, den er als Vertreter der "extremen Finanzwelt" brandmarkt, hat er aber nicht ausgesprochen. Umfragen sehen Macron bei der Stichwahl am kommenden Sonntag mit rund 60 Prozent deutlich vor Le Pen.

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