Vater wegen Misshandlung von Baby zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt

Wegen schwerer Misshandlung und schwerer Körperverletzung seines kleinen Sohns muss ein Vater aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Stralsund ging am Montag in seiner Urteilsbegründung davon aus, dass der 32-jährige Fachinformatiker, der auch ein Lehramtsstudium absolvierte, das Kind zwischen dem Herbst 2014 und dem Sommer 2015 in mindestens 14 Fällen misshandelte, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Der Mann hatte sein Kind ab dem vierten Lebensmonat mehrfach so heftig geschüttelt, dass es einen Hirnschaden erlitt und inzwischen zu 70 Prozent schwerbehindert ist. Zu Beginn des Prozesses gestand er die Taten, die auch auf Videoaufnahmen von drei Überwachungskameras dokumentiert waren.

Die Kameras hatten der Angeklagte und die Mutter des Kinds in der gemeinsamen Wohnung installiert, um sich gegenseitig zu beweisen, dass sie jeweils für die schwere Erkrankung ihres Kinds nicht verantwortlich sind. Die auf der Festplatte eines Computers gespeicherten Aufnahmen schaute sich die Mutter jedoch erst im Sommer 2016 an - ein Jahr nach der Trennung vom Vater des Kinds.

Das Baby kam bereits im November 2014 mit einer Hirnblutung und Krämpfen in ein Krankenhaus. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Misshandlungen wurden eingestellt. Außerdem schob die Mutter den Zustand ihres Babys auf eine Krankheit, die nicht erkannt worden sei. Ihren Mann hielt sie nach Angaben des Gerichtssprechers damals für unschuldig.

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