Vegane Ernährung fördert die Gewichtsabnahme und verbessert den Blutzuckerspiegel

Die Umstellung auf eine vegane Ernährung könnte innerhalb weniger Monate mehrere Vorteile mit sich bringen. Dazu gehören verbesserte Blutzuckerwerte und mehr Kontrolle über das eigene Gewicht. Dies zeigt eine aktuelle Studie des European Congress on Obesity, die vom 4. bis zum 7. Mai 2022 stattfand.

Forscher des Steno Diabetes Center in Kopenhagen analysierten die Daten von elf randomisierten Studien zur veganen Ernährung, an denen insgesamt 796 Teilnehmer mit Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes teilgenommen hatten. Die Wissenschaftler verglichen dabei Teilnehmer, die sich vegan ernährten, sowohl mit einer Kontrollgruppe (die ihre üblichen Essgewohnheiten beibehielt) als auch mit Teilnehmern, sich der mediterranen Diät verpflichtet hatten. Alle hatten sich zwischen drei und vier Monate lang an ihren Ernährungsplan gehalten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf vegane Ernährung wechselten, nahmen in allen Studien im Durchschnitt etwa vier Kilo ab. Im Vergleich zur Kontrollgruppe nahmen die Veganer im Durchschnitt sogar sieben Kilo mehr ab, und im Durchschnitt fast drei Kilo mehr als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anderer Ernährungsformen. Die vegane Ernährung führte auch zu leichten Verbesserungen des Blutzucker- und Cholesterinspiegels.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine vegane Ernährung ein nützliches Instrument für das Gewichts- und Diabetesmanagement sein könnte, so Anne-Ditte Termannsen, Hauptautorin der Studie und Doktorandin am Steno Diabetes Center.

"Diese Bewertung der besten bisher verfügbaren Studien deutet mit darauf hin, dass die Einhaltung einer veganen Ernährung für mindestens zwölf Wochen zu einem klinisch bedeutsamen Gewichtsverlust und einer Verbesserung des Blutzuckerspiegels führen kann", so Termannsen in einer Pressemitteilung.

Die vegane Ernährung hilft, euch länger satt zu fühlen – obwohl ihr weniger gegessen habt

Termannsen glaubt, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich vegan ernährten, durchschnittlich einfach weniger Kalorien zu sich nahmen und daher mehr Gewicht verloren. "Eine vegane Ernährung führt wahrscheinlich zu einer Gewichtsabnahme, da sie aufgrund eines geringeren Fett- und höheren Ballaststoffgehalts mit einer geringeren Kalorienaufnahme verbunden ist", so Termannsen.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten in der Regel weniger Fett, das mit neun Kalorien pro Gramm der energiereichste Makronährstoff ist (im Vergleich zu vier Kalorien pro Gramm bei Eiweiß und Kohlenhydraten). Daher können vegane Mahlzeiten können viel größer portioniert sein und dennoch deutlich weniger Kalorien haben. Das führt dazu, dass man sich länger satt fühlt, obwohl man geringere Mengen an Kalorien zu sich genommen hat.

Vegane Grundnahrungsmittel wie Vollkornprodukte, Bohnen, Nüsse und Samen sind ebenfalls reich an Ballaststoffen, was das Verdauungssystem nicht sehr schnell verarbeiten kann. Ausreichend Ballaststoffe können daher die Verdauung verlangsamen und den Appetit zügeln.

Ein hoher Ballaststoffanteil hat Vorteile für den Blutzucker und die Verdauung

Durch die verlangsamte Verdauung bremsen Ballaststoffe nicht nur den Hunger, sondern regulieren auch, wie schnell der Körper andere Nährstoffe aufnimmt, einschließlich Glukose aus der Spaltung anderer Kohlenhydrate. Die Steuerung der Glukoseaufnahme ist wiederum der Schlüssel zu einem stabilen Blutzuckerspiegel. Deshalb sollten Ballaststoffe eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Blutzuckerspitzen und -abstürzen spielen.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass der Verzehr von vielen Ballaststoffen ein gesundes Darmmikrobiom fördert, also die nützlichen Bakterien, die in unserem Verdauungssystem leben. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass eine vegane Ernährung außerdem Diabetes und Herzkrankheiten vorbeugen kann.

Dieser Artikel wurde von Meltem Sertatas aus dem Englischen übersetzt. Den Originaltext findet ihr hier.

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