Veganuary: Was bringt der vegane Januar wirklich?

Zum Jahreswechsel haben viele das Vorhaben, sich einen Monat vegan zu ernähren. (Bild: Okrasiuk/Shutterstock.com)
Zum Jahreswechsel haben viele das Vorhaben, sich einen Monat vegan zu ernähren. (Bild: Okrasiuk/Shutterstock.com)

Gesündere Gewohnheiten stehen bei vielen ganz oben auf der Liste, wenn es um Vorsätze für das neue Jahr geht. Die Kampagne Veganuary ist etwas für alle, die es mit einer pflanzlichen Ernährung probieren wollen. Seinen Ursprung hat der Veganuary in Großbritannien, wo das Wortspiel aus "Vegan" und "January" viel Anklang bekommt.

Seit 2020 gibt es auch eine deutsche Kampagne dazu. Zu den prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern gehören Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. Eckart von Hirschhausen (55), Schauspieler Hannes Jänicke (62), Schauspielerin Anne Menden (37), Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand (43), Ex-Bodybuilder Ralf Moeller (63) und viele weitere. Auch immer mehr Marken nehmen an dem Aktionsmonat teil. Aber was genau bringt der Veganuary und wie hält man ihn durch? Ein Überblick.

Darum lohnt sich der Veganuary

Im Januar 2022 haben rund 629.000 Menschen weltweit am Veganuary teilgenommen. Mit beeindruckenden Ergebnissen: Die Hälfte der Befragten gab in einer Umfrage an, bereits nach 30 Tagen erste gesundheitliche Verbesserungen bemerkt zu haben. Knapp 50 Prozent berichten von mehr Energie und einer besseren Stimmung. Knapp 40 Prozent der befragten Teilnehmer planten, vegan zu bleiben; fast alle anderen gaben an, sie würden auch nach dem Veganuary weiter vegane Produkte in ihre Ernährung einbauen.

Aber auch auf die eigene Gesundheit wirkt eine vegane Ernährung sich positiv aus. Laut der Ernährungswissenschaftlerin Dr. med. Petra Bracht zeigen sich die ersten Effekte bereits nach einem Tag. "Nach 24 Stunden Verzicht auf Fleisch verändert sich die Darmflora hin zur besseren und gesünderen Bakterienvielfalt. Das hat sofort positive Auswirkungen auf das Immunsystem. Die Verdauung verbessert sich, die Schlafqualität nimmt zu, chronische Entzündungen heilen ab, wie beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen, das Bauchfett weicht und auch die chronische Müdigkeit verabschiedet sich langsam. Selbst der erhöhte Blutzucker verbessert sich", erläutert sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Aber nicht nur auf die eigene Gesundheit wirkt sich der Veganuary positiv aus: Laut einer Studie der Harvard University wurden im Veganuary 2021 knapp 104.000 Tonnen CO₂-Äquivalent und rund 6,2 Millionen Liter Wasser eingespart. Außerdem wurden geschätzt 3,4 Millionen weniger Tiere für die Lebensmittelproduktion benötigt und somit vor dem Schlachthof bewahrt.

Was muss für den Veganuary in den Einkaufswagen?

Wer einen Monat lang auf Fleisch, Fisch, Milch und Eier verzichten möchte, sollte auf eine ausreichende Nährstoffversorgung und genügende Kalorienzufuhr achten. Sonst folgen schnell Heißhungerattacken auf die "üblichen" Lieblingsspeisen. Wer sich richtig auf die Challenge vorbereitet, sollte aber keine Probleme haben.

Für ausreichend Eiweiß sorgen Gemüsesorten wie Brokkoli und Rosenkohl oder Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen. Tofu, Kichererbsen, Mandeln und grünes Gemüse liefern dem Körper Kalzium. Spinat, Haferflocken, Quinoa und Leinsamen liefern Eisen, für ausreichend Omega-3-Fettsäuren sorgen pflanzliche Öle wie Leinöl oder Walnussöl sowie Chiasamen.

Eine vegane Ernährung wird auch für Fleischliebhaber immer einfacher: Denn zahlreiche Lebensmittelhersteller haben inzwischen viele interessante pflanzliche Produkte im Angebot. Von veganen Hot Dogs über Pizza bis zu Fischstäbchen bringen zahlreiche deutsche Unternehmen pünktlich zum Veganuary 2022 neue pflanzliche Alternativen auf den Markt. Auch Lieferdienste und andere Gastronomie-Unternehmen beteiligen sich mit neuen Produkten und Kampagnen am veganen Monat.