Venedig beschränkt Gondeln, weil Touristen zu dick geworden sind

Antonie Hänel
·Freie Autorin
·Lesedauer: 1 Min.

Eine Gondelfahrt durch Venedig ist ein absolutes Muss für viele Touristen - und seit einigen Jahren eine Herausforderung für die Gondolieri der Stadt. Der Grund: Die Gäste sollen immer schwerer geworden sein. Jetzt werden Konsequenzen gezogen.

Gondeln in Venedig (Bild: ddp images/robertharding/Godong)
Gondeln in Venedig (Bild: ddp images/robertharding/Godong)

Die Corona-bedingten Einschränkungen für den Tourismus in Venedig gehen langsam zurück – doch es gibt noch ein anderes Problem in der Stadt: die Touristen sind angeblich zu schwer geworden. Deshalb reduziert Venedig die maximale Kapazität der berühmten Gondeln von sechs auf fünf Passagiere.

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Die neue Regel hängt tatsächlich mit dem Gewicht der Gäste zusammen und nicht etwa mit Abstandsregeln aufgrund des Coronavirus, wie Andrea Balbi, die Präsidentin der Gondelvereinigung von Venedig, gegenüber CNN sagte.

“In den letzten zehn Jahren wiegen Touristen mehr”, sagt sie und erklärt die einzige Alternative, die es zu der neuen Regelung gegeben hätte: Die Touristen “vor dem Einsteigen auf eine Waage treten zu lassen.” So gesehen ist die Reduzierung der Fahrgäste sicherlich die höflichere Variante.

“Es ist, als würde man Bomben aufladen”

Es gibt auch noch drastischere Beschreibungen der Problematik: “[Bei den Touristen...] aus einigen Ländern ist es, als würde man Bomben aufladen und wenn das Boot voll ist, sinkt der Rumpf und Wasser tritt ein“, beschreibt Raoul Roveratto, Präsident der Vereinigung der Ersatzgondolieri, seine Erfahrung der Zeitung “La Repubblica”: “Mit über einer halben Tonne Fleisch an Bord voranzukommen, ist gefährlich.”

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Die neue Regelung wirkt sich auch auf die größeren Gondeln aus, die meistens als Taxis genutzt werden. Auf ihnen dürfen künftig nur noch zwölf anstatt wie bisher 14 Menschen mitfahren.

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