Venezuela: 15 Jahre keine Kandidatur für Oppositionsführer Henrique Capriles

Der venezolanische Oppositionsführer Henrique Capriles darf in den nächsten 15 Jahren nicht für öffentliche Ämter kandidieren. Das bedeutet auch, dass Capriles zu den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr nicht antreten darf, für die er als der aussichtsreichste Kandidat gilt.

Capriles, Gouverneur des Bundesstaats Miranda, kündigte eine Proteste im ganzen Land gegen die Entscheidung der Regierung von Nicolás Maduro an:

“Es gibt genügend Gründe sich zu mobilisieren, und dieses Verbot meiner Kandidatur ist nur ein weiterer, der uns mehr Kraft geben wird, morgen auf die Straßen von Venezuela zu gehen.”

Capriles soll Verbindungen zu dem in einen Korruptionsskandal verwickelten brasilianischen Baukonzern Odebrecht haben. Odebrecht hatte in 12 südamerikanischen und afrikanischen Ländern Spitzenpolitiker geschmiert, um so bei der Auftragsvergabe bevorzugt zu werden.

Diese Vorwürfe streitet Capriles ab und sprach von dem “Selbstputsch” der Regierung. Auf diese Weise wolle man versuchen, die Opposition noch weiter zu schwächen, so Capriles:

Vamos mañana Bravo y Valiente Pueblo, en toda nuestra Venezuela contra el AUTOGOLPE! #ElSabadoPaLaCalle #EleccionesYA pic.twitter.com/izNl7v8bY5— Henrique Capriles R. (@hcapriles) April 8, 2017

Capriles hatte bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2013 mit 48,9 Prozent nur knapp hinter Amtsinhaber Maduro gelegen.

Ein weiterer Oppositionsführer Venzuelas, Leopoldo López, ist ebenfalls in Haft, weil bei von ihm initiierten Demonstrationen mehrere Menschen getötet worden waren. López war daraufhin zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Bei der Präsidentschaftswahl müssen die seit 1999 regierenden Sozialisten mit einer schweren Niederlage rechnen.

Seit Jahren leidet Venezuela unter einer Wirtschafts-und Versorgungskrise, trotz seiner weltweit größten Erölreserven. Eine Hyperinflation lähmt das Land. Deswegen kommt es immer wieder zu Unruhen, gewaltsamen Protesten und Plünderungen. Die Versuche der Opposition, Präsidenten Nicolás Maduro durch ein Referendum abzuwählen, blieben bisher erfolglos. Maduro regiert überwiegend mit Dekreten

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