Wie Veränderungen in einem bayerischen Dorf den Einbruch der CSU erklären

Leonhard Landes
Links: Markus Söder und Horst Seehofer steht ein Wahl-Desaster bevor. Rechts: der Ortskern von Mallersdorf. 

Von Weitem ist das jahrhundertealte Kloster das erste Zeichen, das auf Mallersdorf-Pfaffenberg hinweist. Zwischen bewaldeten Hügeln am ruhigen Fluss der Kleinen Laber gelegen wohnen in dem Ort in Niederbayern knapp 7000 Menschen. Die allermeisten von ihnen wählten in der Vergangenheit CSU. 

► Kein Wunder. Denn die Stadt steht beispielhaft für die größere bayerische Erfolgsgeschichte. 

Noch vor 70 Jahren waren die meisten Straßen hier nicht geteert, Bier holten sich die Einwohner mit Krügen in der Schenke, Flaschen waren Mangelware. Niederbayern – der Bezirk galt bis in die 1960er Jahre noch als das Armenhaus Deutschlands, abgehängt vom Rest der Republik

Doch die Region erlebte einen Boom.

Mittlerweile liegt die Arbeitslosenquote bei unter drei Prozent, auch in Mallersdorf-Pfaffenberg. Knapp 3000 Arbeitsplätze bietet die Gemeinde. Viele Menschen arbeiten etwa in den nahen Werken von BMW in Dingolfing. 

► Es läuft gut für die Menschen in Mallersdorf-Pfaffenberg. Für die CSU allerdings nicht mehr so. 

Wie im Rest Bayerns bekommen die Christsozialen auch hier spüren, dass viele Menschen unzufrieden sind. Bei der Bundestagswahl 2017 wählten 18 Prozent in Stimmkreis Mallersdorf-Pfaffenberg AfD, mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Die CSU verlor Stimmen. 

Fragt man die Einwohner der Gemeinde, woran das liegt, dann antworten die meisten: an den Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber. 

Dann fängt eine Frau an zu schimpfen... 

Sie sind das große Thema am Montagabend, als sich Josef Zellmeier den Fragen der CSU-Mitglieder in der beschaulichen Gemeinde stellt. Zellmeier ist der CSU-Direktkandidat im Wahlkreis Straubing und Abgeordneter im Landtag. 

Nach seinem Vortrag zu Beginn steht eine Frau auf. Sie ist wütend. Sie wohne neben einer der beiden großen Gemeinschaftsunterkünfte, in der mehr als 100 Asylbewerber untergebracht sind. Rund 300 Asylbewerber leben insgesamt in Mallersdorf-Pfaffenberg.

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