Verband: Deutschland hinkt bei neuer EU-Kraftstoffkennzeichnung hinterher

Lufttaxis landen auf dem Dach, unten laden die Elektroautos - geht es nach dem Ölkonzern Aral, dann hat die altbekannte Tankstelle im Jahr 2040 ausgedient. Am Mittwoch stellte der Tankstellenbetreiber seine Zukunftsvision vor

Deutschland hinkt bei der neuen EU-weiten Kraftstoffkennzeichnung hinterher. Es sei bedauerlich, dass die ab Freitag geltenden Bezeichnungen "noch nicht an deutschen Tankstellen und neuen Kraftfahrzeugen angebracht werden", kritisierte der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE) am Dienstag. Nach einer aktuellen Länder-Umfrage, die AFP vorliegt, sind auch Großbritannien, die Türkei, Ungarn und Griechenland in Verzug. Länder wie Österreich, Frankreich und Polen dürften die Umsetzungsfrist hingegen einhalten.

Für die Umsetzung ist die Anpassung einer Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz nötig, das verantwortliche Bundesumweltministerium werde aber "einen entsprechenden Verordnungsentwurf erst im Frühjahr 2019 vorlegen", erklärte der Verband BDBE. Deshalb werde Deutschland die Umsetzungsfrist versäumen. Das Umweltministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Sachverhalt.

Die neue einheitliche Kraftstoffkennzeichnung soll eine bessere Orientierung bieten und Fehlbetankungen vermeiden. Sie muss in allen EU-Staaten sowie in den Ländern Island, Liechtenstein, Norwegen, Mazedonien, Serbien, der Schweiz und der Türkei umgesetzt werden. Vorgesehen sind Kennzeichnungen an allen öffentlichen Tankstellen sowie an Neufahrzeugen und in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs.

Die neue einheitliche Form für Benzin ist ein Kreis mit den Symbolen E5, E10 und E85. Dieselkraftstoffe erhalten ein Quadrat mit den Symbolen B7, B10 und XTL, gasförmige Kraftstoffe bekommen ein gedrehtes Quadrat mit den Bezeichnungen H2, CNG, LPG und LNG.