Verband fordert Einstufung von Journalisten als Teil wichtiger Infrastruktur

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Debatte über Quarantänezeiten (AFP/Justin TALLIS)

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat eine generelle Einstufung von Journalistinnen und Journalisten als Teil der wichtigen Infrastruktur gefordert. "Das muss auch für die Verkürzung der Quarantäne- und Isolationsfristen gelten, die Bund und Länder am morgigen Freitag für die Berufe beschließen wollen, die zur kritischen Infrastruktur zählen", erklärte der Verband am Donnerstag in Berlin. Der DJV äußerte sich mit Blick auf die am Freitag dazu geplanten Bund-Länder-Beratungen.

"Die Versorgung der Menschen mit verlässlichen Informationen ist genauso wichtig wie funktionierende Stromnetze oder Wasserversorgung", betonte der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Das gelte erst recht vor dem Hintergrund von Desinformationskampagnen, gegen die nur gut recherchierter Journalismus helfe. "Wenn Journalisten symptomfrei sind, müssen sie so schnell wie möglich ihren Job machen können", verlangte Überall.

Bund und Länder dürften am Freitag eine Verkürzung von Quarantänefristen für Menschen beschließen, die in Bereichen der sogenannten "kritischen Infrastruktur" arbeiten. Im Gespräch ist eine Quarantänezeit von nur noch fünf Tagen für Kontaktpersonen und von sieben Tagen für selbst mit dem Coronavirus Infizierte, wenn keine Symptome vorliegen.

Derzeit gelten für Infizierte und Kontaktpersonen Quarantänezeiten von bis zu 14 Tagen, wobei die genauen Vorgaben je nach Bundesland und Impfstatus unterschiedlich sind. Im Fall der besonders ansteckenden Omikron-Variante ist in der Regel bislang kein vorzeitiges Freitesten möglich. Hintergrund der Debatte über Fristverkürzungen sind Befürchtungen, dass wegen vieler Infizierter und Quarantänefälle etwa bei Gesundheitsversorgung, Polizei und Feuerwehr nicht mehr genügend Kräfte zur Verfügung stehen.

Der DJV forderte in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) auf, sich aktiv für das wirtschaftliche Überleben der freien Journalisten einzusetzen. "Im Journalismus sind die Freien die größten Leidtragenden der Corona-Pandemie. Der Bund darf nicht tatenlos zusehen, wie sie ihre Existenzgrundlage verlieren", erklärte Überall.

bk/pw

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