Verbraucher müssen dieses Jahr hunderte Euro mehr für Gas bezahlen – doch der wirklich große Preisanstieg droht 2023

Die gestiegenen Gaspreise werden für viele Haushalte zu einer echten Mehrbelastung. - Copyright: Getty Images
Die gestiegenen Gaspreise werden für viele Haushalte zu einer echten Mehrbelastung. - Copyright: Getty Images

Die hohen Gaspreise sind eine echte Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Wirtschaftsminister Robert Habeck malte in dieser Woche düstere Szenarien für die Konjunktur. Auch Privathaushalte müssen sich auf deutliche höhere Preise einstellen. Was das für Verbraucher konkret bedeutet, hat das "Handelsblatt" in einer Übersicht zusammengestellt.

Wie wird sich der Gaspreis entwickeln?

Es ist anzunehmen, dass Gas noch teurer wird. "Wir müssen uns auf weitere Anstiege gefasst machen“, warnte Habeck zuletzt. Der Trend ist eindeutig, denn in den vergangenen drei Monaten verteuerte sich die Kilowattstunde um rund 21 Prozent auf nun 133 Euro.

Was ist die "Preisgebungsklausel" und welche Folgen hat sie für Verbraucher?

Im Energiesicherungsgesetz ist festgelegt, dass Energieversorger die steigenden Marktpreise an die Verbraucher weitergeben können. Das ist selbst dann möglich, wenn laufende Verträge weiter gelten. Bis es dazu kommt, müsste die nach Deutschland gelieferte Gasmenge allerdings noch weiter deutlich sinken. Angesichts der bisherigen Drosselung der Lieferungen scheint das nicht unwahrscheinlich.

Wie weit können die Preise für Verbraucher steigen?

Schon jetzt fallen die Kosten höher aus, gerade bei neu abgeschlossenen Verträgen. Ein Beispielhaushalt, der 20.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, würde nach gegenwärtigen Preisen 2752 Euro für Gas zahlen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1290 Euro. Der Preis hat sich also mehr als verdoppelt.

Ist der Preisanstieg dann gestoppt?

Höchstwahrscheinlich nicht. Derzeit profitieren die Energieversorger noch von Lieferverträgen, die sie oft schon im vergangenen Jahr zu verhältnismäßig günstigen Preisen abgeschlossen haben. Das "Handelsblatt" zitiert Energiemarktexperten Tobias Frederico mit den Worten: "Die wahren Auswirkungen der aktuellen Gaspreise werden Verbraucher erst im nächsten Jahr zu spüren bekommen." Auch Steffen Suttner, Chef des Vergleichportals Check24, zeigt sich wenig optimistisch: „Wenn die bereits vor der Krise beschafften Energiemengen der Energieversorger verbraucht sind, werden sie noch mehr zu den aktuell teuren Börsenpreisen einkaufen müssen.“ Niedrigere Preise sind also nicht in Sicht.

toh

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