Verbraucherschützer starten Kampagne gegen VW

Im VW-Abgasskandal hat der Autobauer am Donnerstag einen Vergleich mit Besitzern von Dieselmodellen in den USA getroffen. Die Besitzer von knapp 80.000 Dieselfahrzeugen mit Drei-Liter-Motoren werden mit 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) entschädigt

Verbrauchervereinigungen haben am Montag eine Kampagne in vier EU-Staaten gestartet um vom Volkswagen-Abgasskandal betroffene Kunden zu Sammelklagen gegen den Autobauer zu bewegen. Die Online-Kampagne mit dem Hashtag #Demandjustice (Verlangt Gerechtigkeit!) fordert kurz vor einer Abstimmung zu "Dieselgate" im Europäischen Parlament am Dienstag Verbraucher in Belgien, Italien, Portugal und Spanien auf, Entschädigungen von VW zu verlangen.

Volkswagen hatte 2015 nach Ermittlungen in den USA eingeräumt, bei Umwelttests die Abgaswerte von elf Millionen Fahrzeugen weltweit geschönt zu haben. Im vergangenen Sommer einigte sich der deutsche Konzern mit den US-Behörden und Autobesitzern auf die Zahlung von 14,7 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro) an Entschädigungen in den USA.

Volkswagen weist bislang eine ähnliche Entschädigungsregelung für die 8,5 Millionen betroffenen EU-Kunden mit Verweis auf die dann drohende Pleite des Konzerns zurück.

Die verbotene Software in den Wagen bewirkte, dass bei den Tests ein niedrigerer Schadstoffausstoß gemessen wird, als er im Normalbetrieb entsteht. So stoßen die manipulierten Wagen bis zu 40 Mal mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus als zugelassen.

Der belgischen Verbraucherschutzorganisation Test-Achats zufolge wurden in Belgien etwa 400.000 Autos manipuliert. Volkswagen biete aber lediglich eine Reparatur ohne wirkliche Wirkung an und wolle die betrogenen Kunden nicht entschädigen.

Das Europaparlament stimmt am Dienstag über Empfehlungen an die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten ab, die Kontrollen der Autobauer zu verbessern, weitere Abgasmanipulationen zu verhindern und eine einheitliche Typenzulassung einzuführen. Die EU hatte nach Bekanntwerden der Affäre angekündigt, die Gesetzgebung zu verschärfen.

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