Verbraucherzentrale rät von Echtpelz und Kunstfell ab

Mützen, Jacken, Schuhe – Kleidungsstücke sind oft mit Pelz besetzt. Ob es sich um Fell von Tieren oder Kunstpelz handelt, ist oft nicht eindeutig erkennbar. Die Verbraucherzentrale rät jedoch von beidem ab.

Kleidung mit echtem oder künstlichem Pelz ist laut Verbraucherzentrale nicht empfehlenswert. (Symbolbild: Getty Images)
Kleidung mit echtem oder künstlichem Pelz ist laut Verbraucherzentrale nicht empfehlenswert. (Symbolbild: Getty Images)

Wenn die Temperaturen sinken, möchten sich die meisten Menschen so richtig schön einmummeln. Für manchen darf es dann auch flauschig sein, etwa ein Kapuzenkragen mit Fell oder Schuhe mit Pelzbesatz.

Wer dann zu Kleidung mit Kunstpelz greift, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, dass etwa Tiere dafür leiden mussten – möchte man zumindest meinen. Doch schon zwischen Echt- und Kunstpelz zu unterscheiden, ist oft nur schwer möglich, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

Mangelhafte Kennzeichnungspflicht in Deutschland

Grund sei die in Deutschland mangelhafte Deklaration: "Echtpelz muss in Deutschland zwar gekennzeichnet werden, wird er aber oft gar nicht. Häufig fehlt die eigentlich verpflichtende Kennzeichnung, vor allem bei Parkas oder Mützen. Wer kein Kleidungsstück mit Pelz kaufen will, sollte daher beim Einkauf genau hinschauen."

Aber auch das sei in vielen Fällen schwierig, da durch Scheren, Färben und Mischen von Materialien oft gar nicht mehr zu erkennen sei, ob es sich um Tierfell oder Webpelz handele. Hinzu komme die lasche Hinweispflicht für Textilhersteller: Kleidungsstücke mit weniger als 20 Prozent tierischen Bestandteilen müssen lediglich mit dem Hinweis "enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs" deklariert werden. Bei Sachen mit mehr als 20 Prozent tierischen Bestandteilen ist gar kein Hinweis nötig.

Deshalb fordern die Verbraucherschützer strengere Kennzeichnungspflichten für Pelze, etwa nach dem Vorbild der Schweiz: "Verbraucherinnen und Verbraucher müssen dort laut Pelzdeklarationsverordnung genaue Angaben über Tierart, Herkunft des Fells und die Art der ,Gewinnung‘ erhalten."

Kunstfell ist auch nicht tierfreundlich

Im Grunde sei es aber am besten, ganz auf Kleidung mit Pelz zu verzichten – egal ob künstlich oder tierischen Ursprungs, meint die Verbraucherzentrale. Denn abgesehen von Tierschutzproblemen bei echtem Pelz, sei Kunstfell mit Blick auf die Umwelt gar nicht so harmlos wie es aussieht, da es aus synthetischen Polymerfasern wie Acryl und Polyester hergestellt wird. "Kunstfell ist also eigentlich nur billiger Kunststoff, der aus dem endlichen Rohstoff Erdöl hergestellt wird. Und auch das ist nicht sehr tierfreundlich." Zudem sei die Entsorgung problematisch, denn dann gelange der Kunststoff langsam und kleinteilig in den natürlichen Stoffkreislauf.

Label sorgt für Sicherheit

Wer trotzdem nicht auf Kleidung mit Kunstpelz verzichten und auf Nummer sicher gehen will, sollte auf das Fur-Free-Retailer-Label achten, raten die Verbraucherschützer. Mit diesem Label ausgezeichnete Marken und Händler haben sich verpflichtet, keine Mode mit echtem Pelz zu verkaufen. Hinter dem Label steckt die Initiative Fur Free Alliance, einem Zusammenschluss von 50 führenden Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die gegen Tierleid und für pelzfreie Mode kämpft.

Auf der Internetseite furfreeretailer.com sind alle Unternehmen gelistet, die mit dem Label ausgezeichnet sind.

Weitere Informationen zum Thema Nachhaltige Kleidung und Textilien finden Sie hier auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Hamburg.

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