Verbraucherzentrale warnt vor SMS-Masche bei Strom- und Gasverträgen

·Freiberufliche Journalistin

Telefonisch abgeschlossene Strom- und Gasverträge sind erst gültig, wenn sie hinterher schriftlich bestätigt werden. Das geht auch per SMS. Allerdings sollte man da ganz genau hinschauen, denn manchmal steckt dahinter pure Abzocke.

Strom- und Gasverträge sollten Verbraucher nicht zu schnell per SMS bestätigen. (Bild: Getty Images)
Strom- und Gasverträge sollten Verbraucher nicht zu schnell per SMS bestätigen. (Bild: Getty Images)

Die Strom- und Gaspreise steigen, da sucht mancher nach günstigeren Verträgen. Ein Anruf von Energieversorgern mit scheinbar unschlagbar billigen Konditionen kommt dann gerade recht. Doch nicht immer steht am Ende auch das im Vertrag, was am Telefon besprochen wurde, warnt die Verbraucherzentrale: "Seien Sie wachsam bei Telefongesprächen mit Energieversorgern und Call-Centern. Uns liegen zahlreiche Fälle vor, in denen Betroffene in diesen Kaltakquise-Telefonaten ungewollt Verträge abgeschlossen haben – per SMS."

Raffinierte Gesprächsführung

Dabei gehen die Anrufer immer nach einer ähnlichen Masche vor, um potentiellen Kunden einen Vertrag unterzuschieben. Während des Gesprächs am Telefon präsentieren sie bestmögliche Konditionen, die so im Nachhinein nicht im Vertrag stehen, der schriftlich bestätigt werden muss.

Damit die Angerufenen das nicht merken, werden sie in ein Gespräch verwickelt, während dem sie eine SMS bekommen. Die Anrufer bitten dann um Bestätigung der SMS.

"Wer zu schnell auf die SMS antwortet, hat automatisch einen Vertragsschluss bestätigt. Vielen Menschen ist das gar nicht klar. Sie fallen aus allen Wolken, wenn ihnen ihr alter Energieanbieter einige Zeit später mit Bedauern die Kündigung ihres Vertrags bestätigt", so die Verbraucherzentrale.

Musterschreiben hilft beim Widerruf

Immerhin: Entspricht ein so abgeschlossener Strom- und Gasvertrag nicht den ursprünglichen Vorstellungen, haben Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wer davon Gebrauch machen will, muss das dem jeweiligen Anbieter schriftlich per Fax oder Post mitteilen. Um sicher zu gehen, dass der Widerruf ankommt, sollte das Schreiben per Fax mit einem qualifizierten Sendebericht oder per Post als Einschreiben/Einwurf versendet werden.

Hier finden Sie einen Musterbrief der Verbraucherzentrale mit dem Sie Strom- und Gaslieferverträge widerrufen können.

Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale bei überraschenden Anrufen von Energieversorgern vorsichtig zu sein: "Geben Sie keine persönlichen Daten am Telefon weiter – insbesondere nicht den Namen Ihres Strom- oder Gasanbieters und Ihre Zählernummer. Prüfen Sie vorher, mit wem Sie da eventuell Geschäfte machen und lesen Sie genau, was man Ihnen an Tarifangeboten zusendet."

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