Verdächtige nach Seilbahnunglück in Italien aus Untersuchungshaft entlassen

·Lesedauer: 1 Min.

Nach dem Seilbahnunglück in Italien hat eine Richterin drei zunächst festgenommene Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers aus der Untersuchungshaft entlassen.

Bei dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore waren am Pfingstsonntag 14 Menschen ums Leben gekommen (Bild: MIGUEL MEDINA / AFP)
Bei dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore waren am Pfingstsonntag 14 Menschen ums Leben gekommen (Bild: MIGUEL MEDINA / AFP)

Der Servicemanager der Seilbahngesellschaft wurde stattdessen unter Hausarrest gestellt, der technische Leiter und der Unternehmenschef auf freien Fuß gesetzt. Richterin Donatella Banci Bonamici sehe einen "totalen Mangel an Beweisen" gegen letztere zwei, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag.

Der Servicemanager habe versucht, seine Vorgesetzten verantwortlich zu machen, nachdem er selbst "mit totaler Missachtung für Menschenleben, mit verblüffender Sorglosigkeit" gehandelt habe, zitierte das Blatt aus der Entscheidung der Richterin. Staatsanwältin Olimpia Bossi betonte, die Ermittlungen gegen alle drei Verdächtigen liefen weiter.

Notbremse absichtlich abgeschaltet 

Bei dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore waren am Pfingstsonntag 14 Menschen ums Leben gekommen. Eine Seilbahn-Kabine war kurz vor Erreichen der Gipfelstation am Berg Mottarone abgestürzt, nachdem ein Seilbahn-Kabel gerissen war. Nur ein Insasse, ein fünfjähriger Junge, überlebte schwer verletzt. Seine Eltern, sein kleiner Bruder und seine Urgroßeltern starben bei dem Unglück.

Seilbahnexperte: "Ein Seilriss ist eine absolute Ausnahme"

Den Ermittlungen zufolge war das Sicherheitsbremssystem der Seilbahn offenbar absichtlich abgeschaltet worden, um nach der Corona-bedingten monatelangen Schließung einen Betriebsausfall wegen technischer Probleme zu vermeiden.

Mehr zu der Unglücksursache im Video:

 gt/lan