Verdacht im Mordfall Bögerl bestätigt sich nicht

Verdacht im Mordfall Bögerl bestätigt sich nicht

Sieben Jahre nach dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl aus dem baden-württembergischen Heidenheim hat sich die kurzfristige Hoffnung auf eine heiße Spur schnell wieder zerschlagen. Die Ermittler ließen einen am Mittwochabend festgenommenen Verdächtigen am Donnerstag wieder frei. Seine DNA stimmte nicht mit Spuren vom Tatort überein, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Nach dem Mann war zuvor öffentlich gefahndet worden.

Der Mann sei nicht dringend tatverdächtig, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Ellwangen, Armin Burger. Das Ermittlungsverfahren sei zwar noch nicht abgeschlossen, der Mann sei aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Der 47-Jährige hatte schon nach seiner Festnahme eine Tatbeteiligung bestritten. Schließlich wurde er auch durch einen DNA-Vergleich entlastet. Seine DNA stimmte nach Angaben der Ermittler nicht mit den am Tatort gesicherten Spuren des mutmaßlichen Täters überein.

Der Mann war nach Hinweisen aus der Bevölkerung aufgrund eines Berichts in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" festgenommen worden. Dabei wurden ein Phantombild sowie eine Stimmaufzeichnung des zunächst unbekannten Manns veröffentlicht. Die zahlreichen Anrufe nach diesem Beitrag führten schließlich zu seiner Festnahme.

Die in der Sendung ausgestrahlten Stimmaufzeichnungen stammten von einer Aufnahme, die zwei junge Männer im Sommer vergangenen Jahres mit ihrem Handy im rund 500 Kilometer von Heidenheim entfernten nordrhein-westfälischen Hagen gemacht hatten. Ein betrunkener Mann soll sie angesprochen und ihnen dabei gesagt haben, er habe Bögerl erstochen, wie Michael Bauer von der Polizei Ulm in der Sendung berichtete.

Nach Auswertungen durch die Ermittler habe der Mann in dem Gespräch "tatrelevante Äußerungen" gemacht. "Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein", sagte Bauer in der Sendung. Dies bestätigte sich aber schließlich nicht.

Staatsanwalt Burger begründete die lange Zeit zwischen dem Gespräch in Hagen im vergangenen Sommer und der Öffentlichkeitsfahndung damit, dass die Ermittler zunächst versucht hätten, den Mann so zu finden. Erst nachdem dies nicht gelungen sei, hätten sie sich zur Öffentlichkeitsfahndung entschlossen.

Die 54-jährige Bögerl war am 12. Mai 2010 aus dem Haus ihrer Familie in Heidenheim entführt worden. Der Täter forderte danach telefonisch 300.000 Euro Lösegeld. Die Geldübergabe scheiterte aber.

Die Leiche der Frau wurde etwa drei Wochen später in einem Wald gefunden. Die Obduktion ergab, dass die 54-Jährige erstochen worden war.

Seitdem sucht die Polizei vergeblich nach dem Täter. Ihr Ehemann beging gut ein Jahr nach dem Mord Suizid. Die Ermittler gingen in den vergangenen Jahren bereits tausenden Hinweisen und Spuren nach.

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