Bahn gibt Lokführer Schuld an Zugunglück in Kanada

"Handbremsen waren nicht ordnungsgemäß angezogen"

Ein Bahnangestellter ist nach Angaben des Zugeigentümers für die verheerende Explosion eines entgleisten Tankzugs in der kanadischen Provinz Québec verantwortlich. "Die Handbremsen in dem Zug waren nicht ordnungsgemäß angezogen und dies lag in der Verantwortung des Lokführers", sagte der Vorsitzende des US-Bahnunternehmens The Montreal, Maine & Atlantic, Edward Burkhardt, an der Unglücksstelle in der Stadt Lac-Mégantic.

Der mit Rohöl beladene Zug war in der Nacht zum Samstag führerlos durch den Touristenort gerast und entgleist. Mehrere Kesselwagen explodierten. Durch den dadurch ausgelösten Großbrand wurde das Zentrum des 6000-Einwohner-Ortes vollständig zerstört. 2000 Einwohner mussten die Stadt verlassen, einige von ihnen kehrten am Dienstag wieder in ihre Häuser zurück.

Burkhardt hatte zuvor der Feuerwehr die Schuld an dem Unglück gegeben und den Einsatzkräften vorgeworfen, bei Löscharbeiten während eines Zwischenstopps in der 13 Kilometer westlich von Lac-Mégantic gelegenen Stadt Nantes aus Versehen die Druckluftbremsen der Lok gelöst zu haben.

Bei seinem Besuch in der Stadt wurde Burkhardt von Buhrufen wütender Einwohner empfangen. Die kanadische Polizei gibt die Zahl der Toten durch die Explosion weiterhin mit mindestens 15 an. Die der Vermissten wurde am Mittwoch auf 45 heraufgesetzt.

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