Verdi fordert Zalando zu Tarifverhandlungen auf

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Geschäftsführung des Online-Modehändlers Zalando am Mittwoch zu Tarifverhandlungen für den Standort Brieselang in Brandenburg aufgefordert. Ziel ist ein Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels; Zalando zahlt Löhne, die sich an denen der Logistikbranche orientieren. Am Standort Brieselang arbeiten laut Verdi rund 1300 Menschen; er war der erste von Zalando und wurde 2011 eröffnet.

Verdi argumentiert, dass Zalando seine Ware an Endkunden verkauft und damit kein Logistikunternehmen, sondern ein Versandhändler sei, der in unmittelbarem Wettbewerb zum stationären Einzelhandel stehe. Daher "wäre es fair, wenn Zalando seine Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels bezahlen würde".

Verdi fordert Vergütungen von mindestens 11,71 Euro pro Stunde. Die Beschäftigten im Lager erhalten laut Gewerkschaft 10,12 Euro pro Stunde und zudem haben sie weniger Urlaub sowie deutlich geringere Zuschläge für Nacht- oder Feiertagsarbeit.

Zalando ist laut Verdi seit der Gründung 2008 zum mittlerweile drittgrößten Versender in Deutschland aufgestiegen. Das Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Von den 1300 Beschäftigten in Brieselang haben demnach weniger als zwei Drittel einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

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