Verfügung gegen langen Aufschub der Exekution von Gruppenvergewaltigern in Indien

Die Gruppenvergewaltigung schockte Indien

Nach der zweimaligen Verschiebung ihrer Hinrichtung haben die vier Vergewaltiger einer Studentin in Neu Delhi laut einer Gerichtsentscheidung nun nur noch eine Woche Zeit, um die letzten Rechtsmittel gegen die Vollstreckung der Todesstrafe auszuschöpfen. Es sei "unbestreitbar", dass die vier Verurteilten versucht hätten, die Vollstreckung ihrer Strafe mit "Verzögerungstaktiken" zu behindern, urteilte ein Richter in Neu Delhi am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Trust of India.

Die vier Verurteilten sollen zusammen gehängt werden. Die Hinrichtung war zunächst für den 22. Januar und dann für den 1. Februar angesetzt worden. Kurz vor dem zweiten Termin wurde sie aber erneut verschoben, dieses Mal auf unbestimmte Zeit. Einer der Männer habe noch nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft, bei einem weiteren stehe noch die Antwort auf ein Gnadengesuch an den Präsidenten aus, hieß es zur Begründung.

Die vier Männer waren im September 2013 zum Tode verurteilt worden, weil sie Ende 2012 mit zwei weiteren Männern eine 23-jährige Studentin brutal vergewaltigt hatten. Sie starb 13 Tage später an ihren Verletzungen.

Der mutmaßliche Anführer der Gruppe wurde vor einer Verurteilung tot in seiner Gefängniszelle gefunden, er soll Suizid begangen haben. Ein Mann war zur Tatzeit 17 Jahre alt und wurde deshalb nur zu drei Jahren Haft verurteilt. Er kam bereits 2015 wieder frei.

Die Gruppenvergewaltigung hatte landesweit und auch international für Entsetzen gesorgt. Zehntausende Menschen in Indien demonstrierten gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen, die Regierung verschärfte die Strafen für Vergewaltigungen. Die Todesstrafe wird in Indien nur selten vollstreckt, zuletzt im Jahr 2015. Oftmals wird sie in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.