Verfahren eingestellt: 2500 Euro Strafe, weil Vater seinen Sohn beschneiden ließ

Beschneidungsutensilien (Symbolbild)

Die Sache kam nur ans Tageslicht, weil es einen seit Jahren schwelenden Familienstreit gibt und die Ehefrau gegen ihren Mann Anzeige erstattete. Dem 46-jährigen Murat S. (Name geändert) wird vorgeworfen, "vorsätzlich eine andere Person an der Gesundheit geschädigt zu haben". Es handelt sich um seinen siebenjährigen Sohn, den Murat S. beschneiden ließ. Auf einem Küchentisch einer Wohnung in Neukölln. Ritueller Beschneider war ein 78-Jähriger aus der islamischen Community, der 1958 in der Türkei eine Schule für Beamte des Gesundheitsdienstes besuchte, fortan waren ihm in der Türkei Beschneidungen gestattet. Auch er wurde angeklagt, fehlte aber aus gesundheitlichen Gründen.

Auch die beiden älteren Söhne wurden beschnitten

Murat S. gab am Dienstag vor Gericht die von ihm initiierte Beschneidung des Sohnes zu. Er habe nicht gewusst, dass es verboten ist, sagte er. Auch die beiden älteren Söhne seien beschnitten worden, allerdings im Libanon. Den Vorwurf, seine Frau habe von der Beschneidung des Jüngsten nichts gewusst, wies er zurück. Sie habe ausdrücklich ihr Einverständnis erklärt und war nur deswegen nicht dabei, weil sie gerade eine Haftstrafe verbüßte. Dass sein Sohn nach dem Eingriff Schmerzen hatte, will S. nicht bemerkt haben.

Das Landgericht Köln fällte am 7. Mai 2012 zu dieser Thematik ein viel diskutiertes Urteil. Tenor: Die religiöse Motivation und der Wunsch der Eltern rechtfertigen nicht, sich über das Wohl des Kindes hinwegzusetzen. Eine Beschneidung ist eine Körper­ve...

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