Warum die verflixten 66 Prozent ein schlechtes Omen für Nahles sind

Jürgen Klöckner

Es ist das zweitschlechteste Ergebnis, das ein SPD-Chef je bei einer Wahl einfuhr.

►  Mit 66 Prozent machten die Genossen Andrea Nahles zu ihrer neuen Vorsitzenden.

► Auch 66 Prozent waren es im März damals, die sich für eine Neuauflage der großen Koalition entschieden.

Ein schlechtes Omen.

Was die verflixten 66 Prozent für Nahles bedeuten:

Warum die 66 Prozent nach einer Niederlage für Nahles aussehen:

► Die 66 Prozent ist sicher nicht das Ergebnis, das sich der Parteivorstand erhoffte. Der legte die Messlatte im Vorfeld auf 75 bis gar 80 Prozent.

► So sieht nach einer Niederlage aus, was eigentlich ein Erfolg ist: Nahles trat in eine für die Partei schwierigen Zeit an.

► In den Umfragen liegt die SPD bei unter 20 Prozent. Das Mitgliedervotum über die große Koalition entzweite die Genossen.

Warum es ein Fehler ist, das Ergebnis kleinzureden:

Es wäre aber ein Fehler das Ergebnis kleinzureden wie etwa Partei-Vize Ralf Stegner, der in Wiesbaden sagte: “Ich bin sicher, dass nicht mehr lange über das Ergebnis diskutiert wird, sondern über die Taten, die folgen.”

► Es gibt offenbar immer noch eine vergleichsweise große Gruppe, die Empfehlungen des Parteivorstands hartnäckig ablehnt.

► Und diese Gruppe glaubt immer noch nicht das zentrale Versprechen, mit dem die Parteiführung die Sozialdemokraten in die große Koalition lockte.

Nämlich, einerseits erfolgreich regieren zu wollen und andererseits immer wieder zu betonen, wie sich die SPD doch von der Union unterscheidet. 

Das ist der große Spagat, den Nahles hinbekommen muss – von dem aber in der großen Koalition bislang nur wenig zu spüren ist.

Beim Flüchtlingsnachzug erzürnt CSU-Innenminister Horst Seehofer die Genossen, bei Europa bremst die Union. Der “Motor für Europa”, den die Sozialdemokraten verkörpern wollten, stockt.

Durch all das fühlen sich die GroKo-Skeptiker in der SPD bestätigt, die ihre Partei in den gleichen Schlamassel laufen...

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