Vergessene Studien: Alfa Romeo Scarabeo (1966)

feedback@motor1.com (Roland Hildebrandt)
Alfa Romeo Scarabeo

Die Basis lieferte der Tipo 33 Stradale

Name: Alfa Romeo Scarabeo

Premiere: Pariser Autosalon 1966

Technische Daten: Rohrrahmen-Chassis, Vierzylinder mit Block und Kopf aus Aluminium, zwei obenliegende Nockenwellen, angetrieben durch doppelte Kette, Hubraum 1.570 Kubikzentimeter, Leistung 85 kW (115 PS) bei 6.000 U/min, Leergewicht 700 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, 3 gebaute Exemplare mit unterschiedlichen Karosserien

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Hintergrund:

Mitte der 1960er Jahre entstand bei Alfa Romeo ein Fahrzeug, das für viele eines der schönsten Coupés aller Zeiten ist - der Tipo 33. Basis der mit dem Zusatz Stradale gekennzeichneten Version war ein Sportprototyp, mit dem die hauseigene Rennabteilung Autodelta später zahlreiche Erfolge bei Langstreckenrennen feierte. Dieses Modell hatte einen Achtzylindermotor im Heck. Die verantwortlichen Ingenieure Orazio Satta Puliga und Giuseppe Busso konstruierten auf dem Chassis des Tipo 33 Stradale noch ein weiteres Fahrzeug, das auf den Namen "Scarabeo" (nach dem altägyptischen Glückskäfer) getauft wurde.

Der Alfa Romeo Scarabeo hat dasselbe Chassis mit dem H-förmigen Rohrrahmen - mit den Benzintanks in den beiden äußeren Röhren - wie der Tipo 33. Allerdings wird der Scarabeo von einem Vierzylinder angetrieben, dem legendären 1,6-Liter-Doppelnockenwellen-Motor aus der  Giulia Sprint GTA. Das aus Aluminium gefertigte Triebwerk ist in einer Einheit mit Kupplung und Getriebe quer hinter dem Cockpit platziert.

Alfa Romeo Scarabeo

Mit dem Design der Karosserie beauftragte Alfa Romeo die Officine Stampaggi Industriali (OSI) in Turin, eins der zu dieser Zeit gefragtesten Designstudios. Dort machte sich Sergio Sartorelli an die Arbeit. Er entwarf ein spektakuläres Coupé mit einer kanzelförmigen Cockpitverkleidung, die sich als Ganzes nach vorn öffnet. Die erste, rechtsgelenkte Version des Alfa Romeo Scarabeo wurde erstmals auf dem Pariser Autosalon 1966 gezeigt. Sartorelli zeichnete außerdem eine zweite, produktionstechnisch vereinfachte Variante. Genau dieser Alfa Romeo Scarabeo ist jetzt im Musée National de la Voiture zu sehen. Auch an einem Spider arbeitete OSI, der allerdings nicht komplett fertiggestellt wurde.

Noch bis zum 23. März 2020 zeigt das französische nationale Automobilmuseum im Schloss Compiègne mit der Ausstellung „Concept-car. Beauté pure" rund 30 Autos, Motorräder und Fahrzeuge, die zu ihrer Zeit als Showcars und Konzeptfahrzeuge Schlagzeilen machten.