Vergessene Studien: Lancia Granturismo (2002)

feedback@motor1.com (Alberto Antognotti)
Lancia Granturismo concept 2002

So clean wie die Lancias der 50er- und 60er-Jahre

Der FCA Heritage Hub in Turin ist ein Paradies für Autofans, die in dieser (am 2. April 2019 eingeweihten) Ausstellung die bekanntesten Autos von Alfa Romeo, Fiat und Lancia finden. Aber auch weniger berühmte Autos wie der Prototyp des Lancia Granturismo aus dem Jahr 2002 sind hier zu finden. Der elegante Wagen wurde zusammen mit dem Turiner Designerhaus Carcerano entwickelt. Ihm widmen wir diese Ausgabe unserer Reihe zu den vergessenen Studien der Automobilgeschichte.

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Der Granturismo hat klare Linien, die von den Lancias der 50er- und 60er-Jahre inspiriert sind. Doch die Türen ohne Griffe, die schmalen Rücklichter und das Glasdach sind Kennzeichen des 21. Jahrhunderts.

Lancia Granturismo concept 2002

Mit dem Granturismo Concept wollte Carcerano das Konzept des Lancia HPE (High Performance Estate) neu interpretieren, das erstmals beim Lancia Beta HPE von 1975 zu sehen war, einer sehr originellen Mischung aus Coupé und Kombi, die wir heute als Shooting Brake bezeichnen würden: Vom Coupé kommen die beiden Seitentüren, vom Kombi die verlängerte Dachlinie.

Lancia Granturismo concept 2002

Das Granturismo Concept ist dank der vier Türen jedoch alltagstauglicher als der Beta HPE. Die flach liegende Windschutzscheibe und die dicke C-Säule geben der 4,62 Meter langen Designstudie eine sehr temperamentvolle Form.

Basis der Studie war der Lancia Thesis, von dem auch das Skyhook-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern stammen. Das Fahrwerk wird von einer Elektronik gesteuert, die auch die Geschwindigkeit, das Gewicht an Bord berücksichtigt.

Der Lancia Granturismo ging zwar nie in Serie, aber die tropfenförmigen Scheinwerfer, die gewölbten Rückleuchten und die große Glasheckscheibe inspirierten den Lancia Delta von 2008.