Vergessene Studien: Mercedes F 500 Mind (2003)

feedback@motor1.com (Adrian Padeanu)
2003 Mercedes F 500 Mind concept

Seltsam gestaltete Studie mit interessanter Technik

Name: Mercedes F 500 Mind

Premiere: 2003 Tokyo Motor Show

Daten: Hybrid mit 4,0-Liter-V8-Diesel (250 PS) und Elektromotor (68 PS). Länge 5,09 Meter, Radstand 2,97 Meter

Hintergrund:

Abgesehen von seiner ungewöhnlichen Form war der Mercedes F 500 Mind vollgestopft mit Technik. Er hatte ein futuristisches Cockpit und innovative Pedale zum Beschleunigen und Bremsen. Es verdient wirklich seine 15 Minuten Ruhm in unserer Serie zu heute vergessenen Designstudien.

Unsere Original-News zum F 500 Mind:

Mercedes hat eine ganze Reihe von Forschungsfahrzeugen präsentiert, deren Bezeichnung mit F anfing, zum Beispiel den F 100 von 1991, den F 200 von 1996, den F 300 Life Jet von 1997 oder den F 700 von 2007, bis hin zum F 015 Luxury in Motion von 2015.Aber der F 500 gehört zu den eigenartigsten. Er ist nicht gerade das schönste Auto, aber das fast ganz verglaste Dach ist bemerkenswert. Auch die Fondtüren waren sehr speziell: Sie ließen sich ganz normal öffnen, zusätzlich aber auch wie Selbstmördertüren. Wie das funktionierte? Nun, die hinteren Türen ließen sich einerseits ganz normal öffnen, unabhängig von den vorderen, und mit einem Öffnungswinkel von 90 Grad. Zum einen leichteren Einsteigen in die Kabine gab es an den Seitenschwellern eine extrem kleine B-Säule, die erst nach dem Öffnen der Vordertür entriegelt werden konnte. Zusammen mit der hinteren Tür ließ sich die winzige Säule dann um bis zu 90 Grad nach hinten öffnen -- eine riesige Einstiegsöffnung von 1,9 Meter Breite ohne störende B-Säule tat sich auf.

Der Diesel-Stromer

Wie bei den heutigen elektrifizierten Dieselversionen von Mercedes C-Klasse und E-Klasse kombinierte der F 500 Mind einen Diesel- und einen Elektromotor. Der Verbrenner war ein großer 4,0-Liter-V8, der das Konzept antrieb und den Akku auflud, während der Elektromotor unabhängig oder zusammen mit dem Verbrennungsmotor arbeitete. Die Idee war, die Emissionen und den Kraftstoffverbrauch zu senken, indem der E-Motor im Stop-and-Go-Verkehr eingesetzt wird.

Erwähnenswert sind auch die elektronisch funktionierenden Pedale: Der Druck auf Gas- und Bremspedal wurde über Sensoren ermittelt und als elektrische Impulse weitergeleitet. Was nach einer Spielerei klingt, spart in der Praxis viel Platz im Fußraum des Cockpits -- laut Mercedes vergößerte sich die Beinfreiheit vorne um 12 Zentimeter. Dies hatte wiederum einen positiven Einfluss auf die Beinfreiheit im Fond, da man sie Vordersitze weiter nach vorne stellen konnte.

Der Diesel-Stromer

 

Der F 500 Mind war auch eine Vorschau auf das etwa zwei Jahre später in der S-Klasse (W221) eingeführte Nachtsichtsystem. Die Studie war mit einer an der Windschutzscheibe montierten Kamera und Laserscheinwerfern ausgestattet, die die Straße bis zu 150 Meter weit ausleuchten konnten. Wie in heutigen Modellen gab es statt Instrumenten mit physischen Zeigern ein Display -- im Jahr 2003 war das noch eine ausgesprochen futuristische Idee. Auch die Tasten in der Mittelkonsole waren wegweisend: Sie verfügten über Sensoren, mit denen die sich nähernde Hand des Fahrers erkannten -- heutzutage fast schon selbstverständlich.