Verkehr in Berlin: Mehr Fantasie beim Parken - Platz ist kein billiges Gut

Wenn eine Tageskarte der BVG ähnlich viel kostet wie der Anwohnerparkausweis in einem Jahr, dann lässt sich dieses Verhältnis als schief bezeichnen. Wer Gebühren anderer europäischer Metropolen kennt, empfindet die niedrigen Berliner Preise sogar als absurd. Auch als passionierter Autofahrer kann man einsehen, dass es bei solch symbolischen Preisen nicht ewig bleiben konnte. Nun schickt sich die Landesregierung also an, diese Niedrigpreise durch ein angemessenes Entgelt für Parkausweise zu ersetzen.

Auch wenn die Gebühren steigen müssen, sollten die Verkehrspolitiker nicht von einem Extrem ins andere verfallen. Es muss beim Bestimmen neuer Preise darum gehen, Autofahrern den tatsächlichen Wert von Stadtraum zu vermitteln, nicht darum, sie zu bestrafen. Sollte der neue Preis zu teuer ausfallen, wären damit allein Geringverdiener getroffen, die nicht ohne eigenes Auto auskommen. Dann wären jene begünstigt, die sich ein großes Auto leisten können, damit viel Fläche besetzen – und das immer noch mühelos bezahlen werden. Teures Parken ist nicht automatisch kluges Parken.

Wenn Berlin einen Effekt für das Umdenken im Umgang mit Parkplätzen erzielen will, dann sollten Anwohner neben höheren Preisen auch einen Gegenwert sehen. Die Zeit ist reif, um bei der Gestaltung von Seitenstreifen in der Innenstadt neue Akzente zu setzen. Der Besitzer eines Elektroautos, der in seiner Wohnstraße eine schnelle E-Ladesäule garantiert hätte, wäre sicherlich freiwillig bereit, dafür eine Gebühr zu beza...

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