Verkehr: Kritik in Berlin an Tempo-30-Vorstoß des Umweltbundesamtes

Verkehrssenatorin Regine Günther will diese Höchstgeschwindigkeit auf einigen Hauptstraßen einführen.

Der Vorstoß des Bundesumweltamtes für Tempo 30 auf allen Straßen in den Städten stößt in Berlin auf Widerspruch. CDU-Fraktionschef Florian Graf sprach von einem "weiteren Angriff auf die Autofahrer". "Diesen weisen wir mit aller Entschlossenheit zurück", sagte er der dpa. "Die Verkehrspolitik darf nicht zum ideologischen Kampffeld werden. Durch die neuerliche Forderung wird abermals versucht, den Individualverkehr auszubremsen und die Bevölkerung zu bevormunden." Bisherige Regelungen für Tempo 30 seien ausreichend.

Das sieht auch FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja so. "Nur weil manche Behörden im Schneckentempo agieren, muss nicht der verkehrspolitische Stillstand gefordert werden", sagte er der dpa. Wer Städte flächendeckend zu verkehrsberuhigten Zonen deklassieren wolle, schade allen Verkehrsteilnehmern. "Stop&Go, Staus und damit mehr Emission kann man auch durch ein kluges Verkehrsmanagement und –konzept verhindern."

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, forderte im dpa-Interview Tempo 30 "auf allen Straßen in der Stadt". "Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle - und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs." Zwar könne auf einigen Straßen auch schnelleres Fahren erlaubt werden, aber Tempo 30 solle die Regel sein. In Berlin will Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos/für die Grünen) diese Höchstgeschwindigkeit auf einigen Hauptstraßen einführen, um die hohe Stickoxidbelastung zu reduzieren.

Mehr zum Thema:

Bundesbehörde fordert Tempo 30 als Standard in Städten

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen