Verkehrsdelikte: Berlins Radfahrer werden offenbar kaum kontrolliert

Die Zahl der geahndeten Verstöße ist niedriger als bei Autofahrern. Die Berliner Polizei verweist auf ihre Schwerpunktkontrollen.

Radfahrer müssen sich in Berlin offenbar seltener für verkehrswidriges Verhalten verantworten als Autofahrer. Diese Einschätzung legt eine Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe nahe. Das noch unveröffentlichte Schreiben liegt der Berliner Morgenpost vorab vor. Demnach wurden im vergangenen Jahr gegen Radfahrer 23.195 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Gemessen an der Gesamtzahl der 2016 festgestellten Ordnungswidrigkeiten – weit mehr als 3,5 Millionen – erscheint diese Zahl relativ gering.

Deutlich wird das unterschiedlich hohe Risiko, für einen Verstoß zur Rechenschaft gezogen zu werden, bei den Zahlen zum Passieren einer roten Ampel. Radfahrer mussten sich 2016 deswegen knapp 9000 Mal verantworten. Autofahrer wurden an Kontrollanlagen rund 35.000 Mal geblitzt.

Luthe ist überzeugt, dass die tatsächliche Zahl der Verstöße von Radfahrern deutlich höher ist als die der registrierten Delikte. "Die statistisch für ein ganzes Jahr erfassten Rotlichtverstöße durch Radfahrer kann man binnen einer Stunde an jeder Berliner Hauptverkehrsstraße selbst beobachten", sagte Luthe. Bei Autos sei die Kontrolldichte relativ hoch. Ordnungswidrigkeiten durch Fahrradfahrer würden dagegen "praktisch nicht erfasst".

748 Mal in zwei Wochen rote Ampeln überfahren

Die Polizei verwies darauf, im vergangenen Jahr 2816 Schwerpunktkontrollen von Radfahrern durchgeführt zu haben. Rund 20 Beamte würden Radfahrer, vor allem in der City Ost, als Tei...

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