Verkehrspolitik: Angesichts des Fahrradbooms muss ein "New Deal" her

Um 20 Uhr starteten die Fahrrad-Aktivisten von "Critical Mass" ihren Korso am Kreuzberger Heinrichplatz.

In Berlin wird mittlerweile jeder siebte Weg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die Tendenz ist steigend – und darüber sollten sich alle freuen: Berliner, die gern selbst mit dem Rad unterwegs sind, weil sie, etwa bei Geschäftsterminen, nicht mehr als Vertreter einer merkwürdigen Spezies, sondern als "ganz normale Menschen" angesehen werden; Anwohner, weil Fahrräder keine Giftstoffe in die Luft blasen und keinen Lärm verursachen; Autofahrer und die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, weil jeder, der mit dem Rad unterwegs ist, nicht die Straßen blockiert oder einem in Bus oder Bahn den Sitzplatz wegschnappt.

Auf der anderen Seite sorgt der Boom für Ärger. Denn viele Radfahrer billigen Verkehrsregeln eher empfehlenden Charakter zu. Bei Rot über die Straße? Kein Problem! Fahren auf dem Bürgersteig? Wenn die Straße gerade zu voll ist, warum nicht! Eine solche Wild-West-Kultur ist für jeden, der in der Innenstadt unterwegs ist, jeden Tag zu beobachten. Die auf FDP-Anfrage nun veröffentlichten Zahlen zu registrierten Ordnungswidrigkeiten von Radfahrern erscheinen vor diesem Hintergrund lächerlich niedrig.

Das Problem ist nur, dass die Polizei nicht an jeder Straßenecke stehen und nicht jeden Regelverstoß ahnden kann. Um einen reibungs- und möglichst konfliktfreien Verkehrsfluss zu ermöglichen, müssen Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer sich daher auf einen "New Deal" einigen. Dazu könnte gehören, bestehende Regeln auf den Prüfstand zu stellen: Schon jetzt dürfen Radler in ausgewiesen...

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