Verlassene Kinder an US-mexikanischem Grenzfluss gefunden

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Die Grenzschützer retteten die beiden Kleinkinder am Ufer des Rio Grande. (Quelle: CBP South Texas)
Die Grenzschützer retteten die beiden Kleinkinder am Ufer des Rio Grande. (Quelle: CBP South Texas)

Immer wieder kommt es an der US-mexikanischen Grenze zu dramatischen Rettungsszenen. Jetzt fand eine Grenzpatrouille zwei verlassene Kleinkinder am Ufer des Grenzflusses.

Die Grenzbeamten der Eagle Pass South Station im US-Bundesstaat Texas waren auf einer Routine-Patrouille auf dem Rio Grande unterwegs, als ihnen vom Boot aus ein ungewöhnlicher Farbtupfer am Ufer auffiel. Die Beamten der US Customs and Border Protection (CBP) drehten bei, um sich das Ganze genauer anzugucken. Dabei fanden sie im Schilf am Flussufer ein zweijähriges Mädchen und seinen erst drei Monate alten Bruder, die dort offensichtlich zurück gelassen worden waren. 

Auf einem handgeschriebenen Zettel, den die Beamten bei den Kindern fanden, war zu lesen, dass die beiden aus Honduras stammten. Beide Kinder waren bei guter Gesundheit, wie die CBP in einem Post auf Twitter schrieben. Sie wurden in die nahegelegene Uvalde-Aufnahmestation gebracht. Wie viel Zeit sie dort alleine am Flussufer verbracht hatten, bevor das Patrouillenboot auf sie aufmerksam wurde, ist nicht bekannt.

"Herzzerreißend und frustrierend"

In dem Tweet schrieb der Chief der lokalen Grenzpatrouille, Robert Garcia: "Die Aufmerksamkeit für jedes Detail, das unsere Beamten hier bei der Ausübung ihrer Pflicht gezeigt haben, kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen." Es sei herzzerreißend und frustrierend zu wissen, dass "Kinder zurück gelassen werden, ohne Schuldgefühle oder Sorge um ihr Leben und ihre Gesundheit", schrieb Garcia in dem Post. Über Hintergründe und Motive ist indes nichts Weiteres bekannt.

"Das System ist dafür nicht ausgelegt"

An der Grenze zu Mexiko greifen die US-Beamten immer noch täglich Menschen auf, die sich aus ihren Heimatländern in Lateinamerika auf den Weg Richtung Norden machen. Laut CBP gab es alleine im Monat August über 200.000 Begegnungen mit Geflüchteten. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Zahl noch einmal deutlich erhöht, so die Behörden. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als 1,3 Million Menschen beim Versuch der Grenzüberquerung gestoppt.

Nach der harten Politik von Donald Trumps Regierung hat Joe Biden noch keine klare Linie gefunden, mit der Einwanderung umzugehen. Auch aus den eigenen Reihen gab es dafür teils harsche Kritik. Biden führte teilweise ausgesetzte Praktiken der Trump-Administration wieder ein. So müssen Asylbewerber in Mexiko warten, bis über ihren Antrag entschieden worden ist. Auch Alejandro Mayorkas, Heimatschutzminister, räumte kürzlich ein, dass das System nicht für eine "so große Anzahl an illegalen Migranten" ausgelegt sei. "So können wir nicht weitermachen," sagte Mayorkas bei einem Treffen mit Grenzschützern.

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