Mit einer vermeintlich Erkrankten im Fahrstuhl: Ist der Thriller "Corona" der erste Film über die aktuelle Krise?

teleschau

Nur wenige Wochen nach Ausbruch der Coronakrise ist bereits ein Film über das Virus gedreht worden. Unter der Regie des kanadischen Regisseurs Mostafa Keshvari entstand ein Thriller.

Dass Filme über das Coronavirus und die daraus resultierende Krise gedreht werden würden, war eigentlich klar. Dass nun, nur wenige Wochem nachdem die Krise sich zur weltweiten Pandemie entwickelt hat, schon der erste Film über COVID-19 in den Startlöchern, mag dennoch überraschen: Der Regisseur Mostafa Keshvari kündigte einen Thriller als ersten Film über den Coronavirus an. "Die Idee kam mir, als ich in einem Aufzug Nachrichten über chinesische Touristen las, die angegriffen wurden, und ich dachte, ich werde in einem Aufzug einen Film drehen", so Keshvari gegenüber "The Hollywood Reporter".

In dem kanadischen Thriller geht es um sieben Nachbarn, die während der ersten Corona-Zeit in einem Aufzug stecken bleiben. Unter ihnen ist eine Frau, die aus China kommt. Sie wird gespielt von Traei Tsai. Die Insassen glauben, dass diese mit dem Virus erkrankt sei und sie deshalb alle nun infiziert wären. Viele der gesprochenen Sätze der Schauspieler sollen improvisiert sein, um die beiden Ängste, im Fahrstuhl festzustecken und mit dem Virus infiziert worden zu sein, möglichst realistisch darzustellen.

Regisseur war früh alarmiert

Neben Traei Tsai sind die Rollen zudem mit Emy Aneke, Zarina Sterling, Richard Lett, Andrea Stefancikova, Josh Blacker und Andy Canete besetzt. Der kanadische Thriller soll auf einer Tonbühne in Vancouver gedreht und geschnitten worden sein, sei also bereits verkaufsfertig. "Die Angst davor, jemanden, den man liebt, zu verlieren, verstärkt nur die Eile, einen Film zu machen", so der Regisseur.

Als der Film gedreht wurde, galt das Virus noch nicht als globale Pandemie. Der in Vancouver lebende Keshvari war allerdings alarmiert, da es in der kanadischen Stadt, in der es zahlreiche chinesisch-stämmige Kanadier gibt, bereits zu fremdenfeindlichen Äußerungen gekommen sei. "Damals galt es als chinesisches Virus", so der Regisseur, "Aber jetzt kann es jeder bekommen, das ist keine Frage der Rasse mehr. Jetzt muss die Menschheit zusammenkommen, um das Virus zu besiegen". Wann und wo der Film verfügbar sein wird, ist bislang noch nicht bekannt.