"Versteckte Botschaft": Tagesschau tauscht Hintergrundbild aus

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Weil im Hintergrund eines Symbolbildes während der Tagesschau ein politisches Statement an eine Säule gesprayt zu sehen ist, wurde es nach der Live-Ausstrahlung ausgetauscht.

Bereits mit geändertem Hintergrundbild: Die Berichterstattung über die Corona-Notbremse in der Tagesschau. Foto: Screenshot/Youtube/ARD
Bereits mit geändertem Hintergrundbild: Die Berichterstattung über die Corona-Notbremse in der Tagesschau. (Bild: Screenshot/Youtube/ARD)

„Manchmal sind es die kleinen, fast versteckten Nachrichten…“: Mit diesen Worten hat Moderator Daniel Boschmann am Montag einen Screenshot der Tagesschau getwittert. Darauf zu sehen ist Sprecherin Julia-Niharika Sen, wie sie gerade berichtet, dass die Corona-Notbremse Ende Juni auslaufen soll. Bebildert ist der Beitrag mit der menschenleeren Innenstadt von Marburg. Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem Foto ein winziges Detail, das Boschmann zu „besten Grüßen an die Fotoredaktion“ veranlasst.

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Denn ganz klein ist an einer Säule ist ein rotes Graffito zu sehen: „FCK AFD“ steht da. Auch wenn Boschmann mit seinem Tweet darauf anspielt, es könnte sich bei der Bildauswahl um Absicht und damit eine politische Botschaft handeln – ist das doch eher unwahrscheinlich. Denn auch zahlreiche Kommentator*innen unter Boschmanns Tweet entdeckten den Schriftzug erst nach mehreren Hinweisen.

Erst Verwirrung, dann Zustimmung

Sie haben etwa geschrieben: „Ich blick’s nicht“ oder „Kapier es immer noch nicht“. Manchen stach auch stattdessen eine auf der Straße zertretende OP-Maske ins Auge und sie fragten sich deshalb, was für eine Geheimbotschaft zur Coronavirus-Pandemie wohl darin liegen könnte. Bis ein hochauflösender Zoom des Graffitos für Eindeutigkeit sorgte.

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Nach anfänglicher Verwirrung applaudierten dann auch viele der Fotoauswahl: „sensationell“, „wunderbar“ oder „köstlich“ – so klangen die Reaktionen. Jemand schrieb zudem: „Da sagt noch einer, dass die Tagesschau keine Meinung hat.“

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ARD tauscht Hintergrundbild aus

Doch genau diese Interpretation wollte das Nachrichtenformat wohl vermeiden. Denn nach der Livesendung wurde der Beitrag entweder nochmal neu gedreht oder zumindest die Bebilderung im Hintergrund ausgetauscht. Im Video auf Youtube, wo zeitnah alle Sendungen hochgeladen werden, ist jedenfalls ein anderes Bild im Hintergrund zu sehen – und nicht mehr die Marburger Innenstadt. Ebenso in der ARD Mediathek.

Darauf hat auch ein Twitter-Nutzer in den Kommentaren hingewiesen. Worauf Boschmann schreibt: „Das irritiert mich dann doch.“ Im weiteren Dialog wird vermutet, dass der betreffende Ausschnitt tatsächlich ein zweites Mal aufgezeichnet wurde – Hinweise seien die Lage der Haare der Sprecherin und der Kugelschreiber auf dem Schreibtisch vor und nach der angeblichen Neuaufzeichnung. Tatsächlich liegt, gut sichtbar, vor und nach dem entsprechenden Beitrag ein Kugelschreiber neben den Moderationszetteln. In dem mutmaßlich neu aufgezeichneten Beitrag dazwischen ist er jedoch nicht im Kamerabild.

Das kommentiert Boschmann wie folgt: „Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt.“ Andere hingegen bewerten die Reaktion der Tagesschau als sinnvoll: „Auch wenn ich die versteckte Message uneingeschränkt teile, finde ich, soll man es den Nazi-Vögeln nicht zu leicht machen, sich auf ihr Opfer-Abo der vom ‚Staatsfunk‘ verleumdeten Volkspartei zurückzuziehen.“ Oder auch: „Sie sahen: Einen Wahl-Werbespot der #ARD.“

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