Verteidigung sieht im Prozess gegen Kircher "Verletzung des föderalen Systems"

In dem am Montag  wieder aufgenommenen Korruptionsprozess gegen die argentinische Vizepräsidentin Cristina Kirchner hat die Verteidigung der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, gegen die argentinische Verfassung und gegen das föderale System des Landes verstoßen zu haben. Der Anwalt eines ihres Mitangeklagten argumentierte, dass derselbe Fall bereits in Kirchners politischer Heimatprovinz Santa Cruz untersucht und abgeschlossen worden sei.

In einem föderalen System wie dem argentinischen stelle der aktuelle Prozess eine "Einmischung in die örtlichen Regierungen, in die Provinzverfassung dar, die dem föderalen System irreparablen Schaden zufügt", sagte der Anwalt Mariano Fragueiro Frías.

Die Linkenpolitikerin Kircher wird gemeinsam mit zwölf anderen Angeklagten des Betrugs und der Korruption beschuldigt. In dem Prozess geht es um öffentliche Ausschreibungen in  Santa Cruz im Süden des Landes unter anderem während Kirchners Präsidentschaft zwischen 2007 und 2015.

Die Staatsanwalt hatte im August eine zwölfjährige Haftstrafe und ein lebenslanges Ämtersperre für Kirchner gefordert.

Kirchner soll erst Ende September in den Zeugenstand treten, ein Urteil wird nicht vor Ende des Jahres erwartet.

Kirchner hat sich nicht mehr öffentlich geäußert, seit sie am vergangenen Donnerstag ein mutmaßliches Attentat überlebt hat. Ein Mann hatte eine Waffe auf sie gerichtet, die jedoch aus technischen Gründen keinen Schuss abgab.

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