Werbung

Vertreter aus 35 Ländern werben in Brüssel für Atomkraft

Vertreter aus 35 Ländern haben bei einem von der Internationalen Atomenergiebhehörde (IAEA) organisierten "Atomgipfel" für Kernkraft geworben. Am Rande des Treffen protestierten Umweltschützer von Greenpeace. (KENZO TRIBOUILLARD)
Vertreter aus 35 Ländern haben bei einem von der Internationalen Atomenergiebhehörde (IAEA) organisierten "Atomgipfel" für Kernkraft geworben. Am Rande des Treffen protestierten Umweltschützer von Greenpeace. (KENZO TRIBOUILLARD)

Vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs haben Vertreter aus Brüssel und mehreren Mitgliedstaaten für Atomenergie geworben. Kernkraft sorge für Energiesicherheit in der EU und könne "helfen, den Klimawandel zu bekämpfen", erklärte EU-Ratspräsident Charles Michel am Donnerstag beim von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) organisierten "Atomgipfel" in Brüssel. An dem Treffen nahmen Vertreter aus 35 Ländern teil, darunter Frankreich, die USA und China.

"Unsere Priorität muss sein, aus Kohle und dann aus Gas auszusteigen und auf Atomkraft und erneuerbare Energien umzustellen", betonte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Paris setzt sich seit Jahren für den Einsatz von Atomkraft in der EU ein, inzwischen ist eine knappe Mehrheit von 14 Mitgliedsländern Teil eines Atomkraft-Bündnisses unter französischer Führung.

Im europäischen Recht gilt Atomenergie als eine der Technologien, mit denen die EU ihre Klimaziele erreichen will. Ihre Zukunft hänge jedoch von "der Disziplin der Kernkraftindustrie" ab, mahnte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. "Viel zu oft war der Bau neuer Kernkraftwerke mit erheblichen Mehrkosten und Verzögerungen verbunden", erklärte von der Leyen.

Am sogenannten Atomgipfel nahmen neben den 35 Teilnehmerstaaten auch Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Wissenschaft teil. Am Rande des Treffens protestierten Umweltschützer der Organisation Greenpeace gegen den Ausbau von Atomenergie. Beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ab Donnerstagmittag in Brüssel steht Kernkraft allerdings nicht auf der Agenda.

jhm/ck