Verurteilter Attentäter nach Auslieferung aus Brasilien in Spanien inhaftiert

Carlos García Juliá (links) kurz vor seiner Auslieferung

Ein wegen eines Anschlags im Jahr 1977 verurteilter Rechtsextremist aus Spanien ist nach seiner Auslieferung aus Brasilien in seinem Heimatland inhaftiert worden. Carlos García Juliá sei am Morgen im Gefängnis Soto del Real im Nordosten Madrids angekommen, sagte eine Gefängnissprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Er war 1980 wegen des "Blutbads von Atocha" verurteilt worden und wurde nach mehr als 20-jähriger Flucht Ende 2018 in Brasilien festgenommen.

"Heute triumphieren Demokratie und Gerechtigkeit wieder", teilte Spaniens sozialdemokratischer Regierungschef Pedro Sánchez im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Der rechtsextrem motivierte Anschlag hatte in Spanien während des Übergangs zur Demokratie Ende der 1970er Jahre für Erschütterung gesorgt. Der damals 24-jährige García Juliá gehörte zu einer Gruppe von Bewaffneten, die am 24. Januar 1977 eine für Gewerkschaften tätige kommunistische Anwaltskanzlei in Madrid angriffen. Bei dem Anschlag in der Atocha-Straße im Zentrum der spanischen Hauptstadt wurden drei Anwälte, ein Student sowie ein Angestellter getötet.

Der damals in einer rechtsextremen Partei aktive García Juliá wurde wegen fünffachen Mordes sowie vierfachen versuchten Mordes zu 193 Jahren Haft verurteilt. 1991 kam er auf Bewährung frei und bekam eine Arbeitserlaubnis in Paraguay. Kurz darauf verschwand er allerdings in dem südamerikanischen Land. 1996 wurde er in Bolivien wegen Drogenhandels festgenommen und verurteilt, ihm gelang jedoch erneut die Flucht.

Zuletzt arbeitete er nach spanischen Medienberichten unter falscher Identität als Taxifahrer in der brasilianischen Stadt São Paulo, wo er Ende 2018 schließlich festgenommen wurde. Der mittlerweile über 60 Jahre alte García Juliá muss nun noch zehn Jahre Reststrafe in Spanien absitzen.