Verurteilter Mörder in Neuseeland darf im Knast Toupet tragen

Ein glatzköpfiger neuseeländischer Häftling hat eine Klage wegen Verletzung seiner Grundrechte gewonnen, weil die Strafvollzugsbehörten ihm sein Toupet weggenommen hatten. Der wegen Mordes und Kindesmissbrauchs verurteilte Mann sei in seiner Meinungsfreiheit verletzt worden, urteilte Richter Edwin Wylie am Donnerstag. Das Gefängnis muss ihm nun sein Haarteil zurückgeben.

Der Mann sitzt seit 1996 eine lebenslange Haftstrafe ab, weil er einen Jungen jahrelang sexuell missbraucht und später dessen Vater erstochen hatte, als dieser sich schützend vor das Kind stellte. Im Jahr 2014 floh er bei einem Freigang nach Brasilien - mitsamt Toupet auf dem fast kahlen Kopf. Drei Wochen später wurde er gefasst und nach Auckland ins Gefängnis zurückgebracht. Sein Haarteil wurde beschlagnahmt, fortan war er in den Medien mit Glatze zu sehen.

Vor Gericht argumentierte er, er fühle sich durch das Fehlen seines Toupets "herabgesetzt und gedemütigt". Der 42-Jährige sagte aus, er benötige das Haarteil zur Rehabilitierung und Stärkung seines Selbstbewusstseins. Richter Wylie gab ihm nun Recht und betonte, der Mann genieße auch als Häftling weiter seine Grundrechte. Das Recht auf freie Meinungsäußerung könne auch eine physische Handlung mit einschließen - also auch das Tragen eines Toupets.

Die Opferanwältin Ruth Money zeigte hingegen kein Verständnis und bezeichnete den Fall des verurteilten Mörders als "peinlich für Neuseeland". Sie habe "null Mitgefühl" mit dem Mann, sagte sie neuseeländischen Medien. Er selbst habe auch kein Mitgefühl mit seinen Opfern gezeigt.

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