VfB-Ikone rechnet knallhart mit Mislintat ab

Der VfB Stuttgart schwimmt auf der Erfolgswelle. Geht es nach Armin Veh, hat das vor allem mit dem Abschied des ehemaligen Sportdirektors Sven Mislintat zu tun.

„Für mich ist es erstmal ganz entscheidend gewesen, dass sie sich vor geraumer Zeit von Sven Mislintat getrennt haben. Ich glaube, die Personalentscheidungen danach waren richtig“, meinte Veh im STAHLWERK Doppelpass.

Der 62-Jährige hatte den VfB zweimal trainiert und war auch Sportdirektor der Stuttgarter - fünf Jahre, bevor Mislintat den Posten übernahm. Dieser habe sich „verbal zwar immer gut verkauft, war bei den Fans auch beliebt, aber einen guten Job hat er für mich überhaupt nicht gemacht“, urteilte Veh.

Veh: Nach Mislintat wurden die richtigen Leute geholt

Ein großes Problem: Mislintat habe unkontrolliert arbeiten können: „Er war Alleinherrscher beim VfB Stuttgart. Wie ich vor eineinhalb Jahren schon mal gesagt habe: Es ist nicht der VfB Mislintat, es ist der VfB Stuttgart.“

Mit Mislintats Abschied habe man dann „die richtigen Personalentscheidungen getroffen. Mit Bruno Labbadia (Ex-Trainer des VfB, Anm.) ist es leider schiefgelaufen. Aber er hat die Mannschaft zumindest topfit gemacht. Dann haben sie mit Fabian (Wohlgemuth - Mislintat-Nachfolger, Anm.) den richtigen Mann geholt und vor allem auch mit Sebastian Hoeneß den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt geholt.“

Unter Mislintat, das betonte Veh ausdrücklich, habe der VfB gegen den Abstieg gespielt. Aktuell liegt er auf Platz zwei der Bundesliga.

Ein halbes Jahr nach seinem Abschied hatte Mislintat bei Ajax Amsterdam als Technischer Direktor angeheuert, wo er aber nach rund vier Monaten wieder gehen musste. Während seiner Zeit in den Niederlanden hatte der öffentlich-rechtliche Sender NOS über Unregelmäßigkeiten bei einem Transfer des Ex-Stuttgarters Borna Sosa berichtet.

Wohlgemuth über Mislintat-Ermittlungen

Mislintat soll den Wechsel am Deadline Day über die Spieleragentur „AKA Global“ abgewickelt haben. Die Agentur hält jedoch Anteile an der Firma „Matchmetrics“, an der Mislintat 35 Prozent der Anteile hält und somit größter Teilhaber ist. Sowohl Ajax als auch der VfB haben Ermittlungen eingeleitet.

Auf Stuttgart-Seite sind diese noch nicht abgeschlossen, wie Wohlgemuth im Doppelpass erklärte. An einer Vorverurteilung Mislintats wolle er sich nicht beteiligen. Generell habe dieser ein Gerüst hinterlassen, auf dem man habe aufbauen können.