"Viagra für Milliardäre": Harald Lesch schießt gegen "Clowns aus dem Silicon Valley"

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TV-Professor Harald Lesch kritisierte die "Pillepalle-Feuerwerksraketen" von Jeff Bezos und Co. (Bild: ZDF)
TV-Professor Harald Lesch kritisierte die "Pillepalle-Feuerwerksraketen" von Jeff Bezos und Co. (Bild: ZDF)

Wenn Milliardäre Raketen ins All schießen, wird daraus oft ein Medienspektakel. TV-Professor Harald Lesch fand für die Raumfahrprojekte von Bezos und Co. nun deutliche Worte: "Die wollen sich gegenseitig zeigen: Meiner ist länger". Dies sei "hirnrissiger Quatsch".

Vor einem Monat flog Captain Kirk erstmals tatsächlich ins All. Besser gesagt: Der legendäre "Star Trek"-Darsteller William Shatner begab sich an Bord einer Rakete von Amazon-Chef Jeff Bezos an den Rand des Weltraums. Während Fans und auch so manche Experten derlei Flüge wohlwollend kommentierten, kann TV-Professor Harald Lesch den privaten Raumfahrtprojekten von Bezos, Richard Branson oder Elon Musk nur wenig abgewinnen: "Ich glaube, das ist so etwas wie Viagra für Milliardäre", sagte der Münchner Astrophysiker im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau.

"Die wollen sich gegenseitig zeigen: Meiner ist länger, ich kann höher", kommentierte der Moderator von "Terra X" und "Leschs Kosmos" den Wettlauf der reichen Unternehmer. "Wären diese Menschen wirklich Philanthropen, würden sie - bevor sie ins Weltall fliegen - ihre Milliarden nehmen und dafür sorgen, dass alle auf diesem Planeten geimpft werden können", so Lesch. Was den Weltraumtourismus angeht, werde man sich später vielleicht fragen: "Habt ihr noch alle Tassen im Schrank gehabt? Konntet ihr diese Idioten nicht bändigen?"

"Diese Pillepalle-Feuerwerksraketen, das ist alles hirnrissiger Quatsch"

Allein für das Klima seien die Weltraumausflüge laut Lesch "so belastend". Der 61-Jährige wurde gegenüber der teleschau noch deutlicher: "Diese Pillepalle-Feuerwerksraketen, das ist alles hirnrissiger Quatsch. Wir sollten zu den ernsthaften Problemen zurückkehren". Dafür brauche es "ernsthafte Leute und nicht diese Clowns aus dem Silicon Valley". Es brauche auf der Erde "Bedingungen, die es uns erlauben, weiterleben zu können". Die Aktionen von Bezos und Co. kritisierte Lesch: "Ich sehe nicht, dass diese Herrschaften irgendeinen vernünftigen Beitrag dazu leisten - obwohl sie die reichsten Männer der Welt sind".

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